Cocoa im Finder Teil 2

Nochmal zum Cocoa-Finder.

 

Immer wieder liest man in den Foren, das der Finder ja so schlecht sei und selbst verglichen mit dem Explorer aus Windows nicht mitkommt. 

 

Der Finder ist wohl die älteste Software zur grafischen Verwaltung von Dateien, Ordnern und Laufwerken. Wer jetzt mit Xerox kommt, den bitte ich zu Bedenken, das der Dateiverwalter dort weder einen grafischen Ansatz, noch mit Icons, Drag und Drop und einfachen Mausklicks arbeitete, sondern – ähnlich wie der ehemalige Norton Commander – mit zwei Bereichen. Aktionen wurden über Knöpfe ausgelöst. 

 

Der erste Finder öffnete für jedes Laufwerk, für jeden offenen Ordner ein Fenster. 

 

Nun mit OSX wurde der Finder zwar konzeptmässig nicht renoviert, was den Umsteigern von OS 9 auch sehr entgegenkam. 

 

Hauptproblem war, das der neue Finder einige Fehler hatte, die er bis zum Leoparden besaß. Dazu gehörte vor allem die Nutzung von Netzwerklaufwerken, die durch Fehler oder ganz einfach durch Stromausfall abgetrennt wurden. 

 

Vieles war sicherlich auch auf den Problemen durch Carbon gewachsen, denn Carbon ist nunmal ein API, das zwar sehr bereinigt wurde, aber im Kern immer noch das alte Mac OS von 1999 darstellt. 

 

Cocoa fordert ein großes Umdenken, seitens der Entwickler. Aber dieses Umdenken wird belohnt. Belohnt mit vielen Features, die bereits kostenlos mit jeder Software mitgeliefert wird. Rechtschreibprüfung, Grammatikprüfung (auch wenn die in Deutschland bzw. anderen Sprachen noch nicht unterstützt wird), umfangreiche Text- und Grafik-Bearbeitungsmöglichkeiten, und vieles mehr. Statt also mit mehreren hundert Programmzeilen all dies nach zu programmieren, um auf dem Mac ein einheitliches Look- and feel zu schaffen, kommt Cocoa mit wenigen, manchmal so gar gar keinen Programmzeilen aus. 

 

Softwareentwicklung ist – vor allem im kommerziellen Bereich – immer auch eine Investition. Da möchte man sicherlich nicht mit allem alten brechen, was auch aus der Tatsache sich zeigt, das es immer noch Cobol-Programme aus den späten 70'ern gibt. 

 

Es ist erfreulich, das Apple nun versucht, den Finder auf das bevorzugte API, nämlich Cocoa, zu heben. Das wird sicherlich einige Veränderungen mit sich bringen, und sicherlich auch einige Problemquellen weniger bieten.