Time Machine

Das Thema Datensicherheit berührt eigentlich fast jeden Computerbesitzer. In den letzten Jahren sind die Datenbestände gerade privater Anwender auf mehr als das zehnfache angewachsen, die Musiksammlung, Videos, Photos, und Texte nehmen immer mehr Platz auf immer größeren Festplatten weg.

Wer aber fast sein gesamtes Leben in digitaler Form auf Festplatten bannt, ist immer häufiger auch von Plattencrashs, versehentlichem Löschen und Datenverlusten durch eigene und fremde Einwirkung bedroht.

Das Festplatten in jedem Fall kaputt gehen, man nur nicht weiss, wann, ist hinlänglich bekannt. Regelmäßige Backups sind also nicht nur Sache größerer Rechenzentren. Der zunehmende Preisverfall bei großen externen Platten nimmt da auch die letzten Argumente. 1 TB (Terabyte = 1024 GB) kann unter Umständen schon ab 99 EUR erworben werden. Geld das sicherlich gut angelegt ist.

Mac OS X Leopard bringt darüber hinaus noch das letzte Argument für ein regelmäßiges Backup. Mit Time Machine hat Apple dem Backup nicht nur eine einfache Bedienung sondern gezeigt, das ein Backup-Programm auch cool sein kann.

Eine Datensicherung kann sowohl auf externe Festplatten, Netzwerklaufwerke und sogar im Internet erfolgen (wobei letzteres natürlich auch datenschutzrechtliche Problematiken aufwirft).

In jedem Fall sollte der Plattenplatz mindestens dreimal so groß sein, wie der Gesamtspeicherplatz Ihrer eingebauten Festplatte. Je größer der Speicherplatz ist, desto länger zurück finden Sie ihre Daten. Die Platte wird beschrieben, bis sie voll ist, und danach wird das älteste Backup gelöscht. Selbstverständlich können Sie auch mehrere verschiedene Festplatten benutzen, die sie an unterschiedlichen Tagen anschließen.

Backups benötigen ein wenig Disziplin, bei Time Machine beschränkt sie die in der Regel darauf, jeden Tag mindestens einmal ihre externe Platte anzuschließen und das Backup abzuwarten.

Sobald Sie eine neue externe Festplatte angeschlossen haben, öffnet sich ein Dialog, der Sie fragt, ob die externe Festplatte als Speicher für Time Machine nutzen wollen. Sagen Sie hier ja, wird die Platte formatiert und ein so genanntes "sparsebundle" angelegt, ein mitwachsendes Festplattenimage. Time Machine öffnet sich und ein erstes Backup wird angelegt, ein komplettes Backup Ihrer Festplatte. Dies kann mehrere Stunden dauern. Danach wird nur noch ein so genanntes Delta-Backup geschrieben, also, der Unterschied zwischen dem vorigen und dem jetzigen Stand. Dabei hilft übrigens auch Spotlight.

Einmal in der Stunde wird -- sofern die Platte angeschlossen ist -- ein Backup der letzten 24 Stunden angelegt, ein tägliches Backup des letzten Monats und einmal wöchentlich ein Backup des Systems.

Time Machine bietet gewollt nur wenig Optionen. So können Sie Laufwerke und Verzeichnisse vom Backup ausschließen. Dieses sollten sie vorwiegend bei anderen Externen Laufwerken oder USB-Sticks machen.

Nun können Sie, wenn Sie eine Datei vermissen oder auf einen älteren Stand einer bestimmten Datei oder eines Ordners zurückwollen, eine Zeitreise machen.

Klicken Sie nun auf das Time-Machine-Symbol im Dock. Das gerade geöffnete Finder-Fenster oder ein neues Fenster von Ihrem Schreibtisch wird geöffnet und Sie erhalten einen grandiosen Ausblick in die Vergangenheit. Aus einer Art "Schwarzem Loch" kommen nun auf einem Zeitstrahl alle Sicherungen. Den Zeitstrahl können sie rechts noch genauer eingrenzen. Jede Sicherung entspricht einem Strich. Ähnlich wie mit dem Dock vergrößert sich der Zeitstrahl, wenn Sie mit der Maus darüberstreichen. Ein Klick auf ein Element befördert das entsprechende Finder-Fenster nach oben, in der Version, die dem Stand zur Sicherung entspricht.

Wenn der Ernstfall geschieht, d. h. die gesamte Festplatte hinüber ist, starten Sie einfach -- nachdem die Platte getauscht wurde -- neu von der mitgelieferten DVD und wählen "Aus Datensicherung neu installieren". Das installiert das gesamte System, so wie sie es verlassen haben.

Es gibt also keinen vernünftigen Grund, warum Sie nicht jetzt sofort mit dem Backup anfangen sollten.