Das NSA-Dilemma

Seit letzten Jahres weiss es jeder: Der amerikanische Geheimdienst NSA und sein britisches Pendant GCHQ schnüffeln alles aus, Webcams, Telefone, sogar auf Festplatten. Warum ist es so ruhig?

Der derzeitige Außenminister, Frank Walter Steinmeier, konnte sich nicht mit seinem amerikanischen Kollegen verständigen.

Meine Meinung dazu ist wohl, das die ihn gewarnt haben, nach dem Motto, wenn du weiter auf dem NoSpy Abkommen bestehst, bist du der nächste Sebastian Edathy.


So ähnlich kann man sich das vorstellen. Und da immer mehr Daten anfallen, z. B. auf der diesjährigen MWC, dem Mekka der Mobiltelefonhersteller, soll jetzt fast alles ins Netz, was geht. Von der Zahnbürste über den Kühlschrank bis zum Blutdruckmessgerät. Alles was Daten erfassen kann, soll diese nach Möglichkeit auch ins Netz funken.

Was für den einen eine Horrorvorstellung ist, ist für den anderen sicherlich praktisch. Viele, so auch ich, nutzen bspw. das Handy zur Navigation. Das damit auch ein Protokoll der Aufenthaltsorte einer Person erstellt werden kann blendet man aus. Auch sind Onlineübersetzer sicherlich eine praktische Alternative zum Wörterbuch. Aber auch da wird alles gespeichert. Desweiteren das genannte Blutdruckmessgerät. Das nächste große Ding wird, wenn man den Gerüchten Glauben schenkt, die iWatch mit medizinischen Sensoren und „iHealth“. Das ist ja alles auch praktisch vor Allem für Langzeitpatienten, wie mich. Das Problem ist aber bei solchen massenhaft gesammelten Daten ist immer, das man sie eben auch ohne Kontrolle durch den einzelnen verwenden kann.

„Was ist das Problem?“, fragt die Facebook-Generation, die ja bekanntlich fast ihr ganzes Privatleben (wie belanglos das auch sein mag) auf sozialen Netzwerken ausbreitet.

Ganz einfach: Solche Daten interessieren auch Arbeitgeber, Versicherungen, teilweise Banken. Und man hat keine Kontrolle über sie. Wenn zum Beispiel der Arbeitgeber einen wegen seines Gesundheitszustandes nicht befördert oder einstellt, wenn die Versicherung einem die Lebensversicherung kündigt, oder die Bank einen Kredit verweigert, weil man laut den Gesundheitsdaten nicht erwartet kann, das man lange genug lebt, um diesen zurückzuzahlen, dann sind da Daten die aufgrund der Verdichtung gewisse Schlüsse zulassen.

Und das wird auch gemacht. Was kann man dagegen machen, ohne gleich alles zu verteufeln? Ich denke ein wenig mehr Bedacht ist wichtig.

Erst einmal die Teilnahme in sozialen Netzwerken überdenken und sich — wenn es auch kompliziert ist — mit den Einstellungen zur Privatsphäre vertraut machen. Man muss nicht alles überall teilen. Man kann auch eine eigene Webseite, bspw. mit Jimdo, aufbauen. Messenger, wie WhatsApp, kann man nutzen, aber immer auch im Kopf haben, das dass was man darüber sendet, eben nicht nur den Empfänger interessieren könnte. SMS sind zwar ungeschützt, aber manchmal besser, da sie nur kurzzeitig auf dem ausliefernden Server gespeichert werden.

Auch muss man sich beim Kauf von technischen Geräten immer auch die Frage stellen, ob eine Verbindung ins Internet sinnvoll ist. Muss eine Zahnbürste wirklich die Putzzeit an das Smartphone senden? Warum soll die Waschmaschine ein „Ich bin fertig“-Signal ans Smartphone senden? Entweder ich bin in der Wohnung, wo die meisten Waschmaschinen stehen, oder ich bin ausserhalb, und werde die Waschmaschine entleeren, wenn ich wieder da bin. Gleiches gilt für die Spülmaschine etc.

Ich brauche nicht alles im Netz.

Bei Smartphones kann ich bspw. das GPS ausschalten und wenn ich unterwegs bin dann auch WLAN.

Es sind also die kleinen Dinge, die es bringen.