Landleben

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, das zwar die meisten Gut- und Besserbetuchten gern in der Stadt leben, aber vom Landleben träumen?

 

Nicht anders ist es zu erklären, das fast jeder Regenbogenverlag seine eigene „Das Landleben ist so toll-Zeitung“ im Programm hat. Geschrieben für Großstädter und Leute in wohlhabenden Vororten, die eigentlich vom „unbeschwerten“ Landleben träumen, sich aber nicht die Finger schmutzig machen wollen. So behandeln diese Magazine auch nicht das Thema Massentierhaltung, auch nicht moderne Landwirtschaft. Nein, hierbei geht es nur um das Landleben, wie es sich der Großstädter halt vorstellen. Also größtenteils wie man sein Haus / seine Wohnung im angesagten Landhausstil einrichtet über typische Basteleien bis hin zu Kochrezepten und Gartentipps, die auch auf dem Balkon umgesetzt werden können.

 

Dazu kommen selbstverständlich auch Interviews mit diversen Initiativen, Leuten, die ausgestiegen sind, um auf dem Land zu leben. Natürlich bleibt man da auch gerne oberflächlich, vage, Probleme, Schwierigkeiten gar, die bei so einer Umstellung nicht ausbleiben, oder auch der Komfortverlust, den Großstädter in dem einfachen Landleben erleiden, werden gar nicht angesprochen oder verklärt.

 

Angesprochen wird vor allem Leute, die eben das Leben auf dem Land aus Touristensicht sehen oder sich allenfalls mit Initiativen wie z.B. Slow Food beschäftigen.

 

Das somit der Wandel von der an sich guten Idee, eines höher qualitativen Essens, des Genusses, das gutes Essen hin zu einer quasi Religion beschleunigt wird, das sieht auch der Gründer der Slow Food-Bewegung Petrini so. Und warnt davor. Meiner Meinung nach zu Recht. Denn wenn man aus der Nahrungsaufnahme eine Religion macht, beruhigt man nur sein Gewissen mit Hilfe des Geldbeutels.

 

Und für solche Leute gibt es halt solche Landzeitschriften.