Argumentationsproblematik 2

Die Tante hat einen interessanten Text zu einer Problematik geschrieben und beschreibt sehr gut auch mein Dilemma.

 

Es geht hier um Religion und besonders um den Islam. Und natürlich unsere Reaktion darauf.

 

Achtung: Auch bei mir wird es kontrovers.


Wie auch Tante Jay, möchte ich ja gerne glauben (I want to believe) das Zitat:

 

“Es sind auch nur Menschen, die ihre Kinder großziehen wollen und in Frieden leben”

“Nicht der Islam ist intolerant, die Menschen sind es.”

“Es sind nicht alle so”

 

Je mehr man aber die aktuellen Berichte verfolgt, desto schwerer wird es dem ganzen Glauben zu schenken.

 

Nicht nur die Gräuel die Boko Haram als auch die ISIL verbreiten, sondern auch die anti-jüdischen und anti-israelischen Parolen auf den Pro-Gaza-Demos.

 

Auch die Auftritte eines Pierre Vogel mit seinen Groupies macht das Glauben an einen wie auch immer gearteten friedlichen Islam nicht einfach.

 

Aber irgendwie haben wir hier nicht ein Religionsproblem, sondern viel mehr ein Konservativenproblem.

 

Die Mechanismen zwischen der Radikalisierung von Neonazis und radikalen Moslems ist frappierend ähnlich: Es beginnt ganz harmlos, so zum Beispiel das der Sohn oder die Tochter sich mehr mit der Religion oder — im Fall der Neonazis — sich mit der Geschichte Deutschlands beschäftigt. Meist ist das Balsam für das konservative Herz der Eltern. Die Tochter die sich auf einmal züchtig verschleiert, der Sohn der häufiger in der Moschee ist, als in Discos. Gerade wenn die Kinder sich vorher nicht so mit der Religion beschäftigt haben. Das sollte bereits ein Warnsignal sein, ist es aber nicht. Was ist ja schon dagegen zu sagen. Dagegen ist tatsächlich viel zu sagen. So ein radikaler Wandel mag ja in der Pubertät als normal gelten, aber sobald die Saat des Radikalismus gesät ist, wird es problematisch.

 

Spätestens, wenn dann nur noch radikale Auslegungen des Korans konsumiert werden bzw. Hakenkreuz-Flaggen im Kinderzimmer hängen, dann ist meist schon alles vorbei. Dann wird man mit den Kindern nicht mehr reden können.

 

Das Problem der Radikalinskis ist einfach, deren Auslegung des Glaubens ist einfach. Gut und Böse, ohne Graustufen. Es geht dann nicht mehr um den spirituellen Inhalt, nur noch um die „richtige“ Ausführung der Rituale, die dann eigentlich ohne Wert sind.

 

Das ist das konservative Wesen, nur Show, kein Inhalt. Es geht nur um die Form und das die Leute nicht reden.

 

Mein Problem ist aber, das Konservative es nicht abhaben können, wenn ein anderer eben anders lebt. Weil es ihr Weltbild in Frage stellt. Weil es nicht sein kann, was nicht sein darf.

 

Und deshalb sehe ich „konservativ“ immer mehr als Beleidigung des Denken. Jemand der sich konservativ nennt, ist meiner Ansicht nach geistig beschränkt. Und das ist sogar wissenschaftlich erwiesen.

 

P.S. Hier der zweite Teil von Tante Jay.