Ein paar Gedanken zur Pfeife

Ich habe ja schon mehrfach erwähnt das ich in den 80ern großgeworden bin. In einer Zeit in der überall geraucht wurde und jeder der sich intellektuell wähnte, rauchte Pfeife. Jeder Intellektuelle, egal ob Schriftsteller, Dichter, Philosoph oder Politiker (damals gab es Politiker an denen man sich reiben konnte. Politiker wie Wehner, Schmidt, Strauss, egal ob man sie mochte oder nicht, aber sie hatten Argumente UND konnten dazu stehen). Meist wurden sie abgebildet vor einem großen und gut gefüllten Bücherregal und hatten eine unvermeidliche Pfeife im Mund oder in der Hand. 


Auch jeder Detektiv rauchte Pfeife, ob in den Comics von Walt Disney (ja, sogar in Kindercomics durfte geraucht werden) oder in der Literatur. Ob Sherlock Holmes oder Nick Knatterton. 


Fast alle meine direkten Verwandten rauchten. Mein Großvater, mein Vater, meine Mutter. Mein bester Freund raucht auch. Ich habe nie mit dem Rauchen angefangen, werde es auch nie. 


Aber von der Pfeife war ich immer fasziniert. Mein Vater rauchte sie damals und ich finde Pfeifenrauch riecht immer noch besser als Zigarettenrauch. Aber was so richtig stinkt ist Zigarre. Bah, ich mag das nicht. Aber Pfeife, ja. Mochte ich. Pfeifen sind auch nichts für reine Suchtis denn eine Pfeife will erst mal gestopft werden, sie braucht Pflege und Konzentration. Eine Zigarette ist schnell geraucht, wenn ich sehe, wie Leute in der Straßenbahn in der Tür stehen, schon die Zigarette im Anschlag haben und in der anderen das Feuerzeug, frage ich mich, wie das noch Genuss sein soll.

 

Nun gibt es inzwischen so genannte e-Pipes. Pfeifen, die wie die e-Zigarette mit einem Akku betrieben werden und so aussehen, wie eine richtige Pfeife. Der Vorteil ist dabei es gibt auch so genannte Liquids ohne Nikotin. 


Ich habe jetzt mir eine solche Pfeife bestellt. Und, ja, sie sieht aus wie eine echte Pfeife, und dampft. Aber enthält kein Nikotin (und die anderen Verbrennungsbeiprodukte). 


Nun habe ich ja auch im Zuge meiner Recherchen mitbekommen, von den diversen Gefahren, die da in den Liquids drin sind. Nun, ich muss mal meine Meinung dazu abgeben. 


Erstens: Ich bin erwachsen. Erwachsen sein heisst eben auch, das man Risiken und Nutzen abwägt und gegebenenfalls die Konsequenzen aus seinem Handeln trägt. Das kann nicht jeder, ist mir bewusst. Und mir ist bewusst, das ich eben nicht ewig lebe. Spätestens nach meinem Schlaganfall vor zwei Jahren ist mir das bewusst geworden. Und das bringt mich zum… 


Zweiten Punkt: Ich muss bis an mein Lebensende Medikamente nehmen. Jeden Tag. Ich weiß, das diese Medikamente Nebenwirkungen haben. Aber wenn ich sie nicht nehme, dann bekomme ich umso schneller wieder einen Schlaganfall oder mein Körper bekämpft sich selbst (Cerebrale Vaskulitis). Oder beides zusammen.


Ich vermute mal, das die Liquids, wenn sie aus kontrollierten Verhältnissen kommen, gerade ohne das Nikotin, wesentlich weniger Auswirkung haben als das Paket an Medikamenten. Das mal dazu. 


Nun sage mir mal einer, warum gerade ich das nicht machen soll.