Eine Visual Novel bauen

Visual Novels sind eine Spielegattung aus Japan. Die meisten Visual Novels sind daher im Manga oder Anime Stil der Japaner. 

 

Im wesentlichen sind Visual Novels also Bildergeschichten mit teilweise interaktiven Elementen, Videos, Sound und so weiter. Eine Unterart sind die Kinetic Novels die linear eine Geschichte erzählen, wie ein Buch. Der Spieler hat also keine Möglichkeit das Ende auszuwählen. Dagegen stehen manche Programme, die 8 oder mehr verschiedene Enden haben und wo sich die Auswahl des Spielers auswirkt. 


Mittels der Software „Ren’Py“ lassen sich solche Visual Novels erstellen. Ren’Py ist Open Source und basiert auf der Sprache Python. Hier lässt sie sich herunterladen. Auf dem Mac ist es eine .app-Datei, die man einfach in den Programmordner zieht. Gestartet zeigt sich ein Fenster, das viergeteilt ist. Links finden sich Projekte und Vorlagen. Rechts oben können Sie das Spielverzeichnis und die drei wichtigsten Scriptdateien finden: script.rpy, options.rpy und screens.rpy. Für den Anfang ist nur die Datei script.rpy wichtig, die die Spiellogik enthält. Die Datei „options.rpy“ enthält grundlegende Einstellungen, wie Bildgröße, Titel des Fensters und so weiter. Da diese Datei umfassend kommentiert ist, möchte ich die Parameter nicht erläutern.


Rechts unten befinden sich mehrere Knöpfe, die das Script überprüfen, das Farbschema des Projektes ändern, überflüssige Dateien löschen, das Projekt neu kompilieren, und die Veröffentlichung steuern können. Unterhalb des „Projekt Starten“ Knopfes finden Sie einige Knöpfe, die das gesamte Programm steuern, wie globale Einstellungen, Updates und Beenden des Programmes. 


Neben den drei Script-Dateien sind natürlich noch andere Dateien wichtig. Grafiken zum Beispiel. Ren’Py kennt zwei Arten von Grafiken. Hintergrundbilder und Sprites. Hintergrundbilder gehen über den ganzen Bildschirm und werden von dem „scene“ Schlüsselwort gesteuert. Sprites hingegen können kleiner sein und können an jeder Stelle auftauchen, sich bewegen und so weiter.


Daneben kann Ren’py auch Filme abspielen, Musik und Sounds. Musik wird in einer Szene immer wiederholt, Sounds beziehen sich auf Ereignisse, wie das Öffnen einer Tür oder ein Schuss. 


Alle diese Dateien werden im Spielverzeichnis abgelegt. Da werden sie standardmäßig von Ren’Py gefunden. Sprites sollten im .Png-Format erstellt werden und der Hintergrund durchsichtig. 

Das sind die ersten Grundlagen zur Navigation in Ren’Py. Eine Dokumentation in Englischer Sprache gibt es hier.


Kommen wir nun zu den zwei wichtigsten Elementen einer Visual Novel. Der Geschichte und die Grafik. 


In einer Visual Novel spielen Dialoge eine wichtige Rolle. Das heisst natürlich auch Charaktere. Es ist einfach mit einer Kinetic Novel zu beginnen. Das heisst einfach eine kurze Geschichte, ohne Abzweigungen. Für manche, wie mich zum Beispiel, ist es einfacher, diese Geschichte erst einmal aufzuschreiben, ob nun mit einer Textverarbeitung oder klassisch mit Papier und Stift. Wer schonmal Comics gezeichnet hat, der kann natürlich auch mit Zeichnungen beginnen. 


Die Grafik, tja da scheiden sich die Geister. Ich verwende mehrere Programme, um die Grafik zu erstellen. Neben SweetHome 3D für Räume, Makehuman für Menschliche Charaktere verwende ich auch Cheetah 3D um alles zusammenzusetzen. Zu den wiederkehrenden Charakteren lasse ich mehrere Sprites mit verschiedenen Posen und Gesichtsausdrücken rendern. Je nachdem erstelle ich mit Cheetah 3D auch Videos. 


Musik wie Soundeffekte erstelle ich mit Hilfe von Garageband und Audacity. In der Datei „script.rpy“ werden sowohl Geschichte als auch Grafiken, Filme und Sound zum Leben erweckt. Hier ein Beispiel in englischer Sprache.