Generation „Fahrradhelm“

Ich habe mich ja schon öfter über die Generation „Fahrradhelm“ und deren Helikopter-Eltern ausgelassen. Es ist doch so: Früher™ hat man Kinder, wenn die Sonne schien (die harten auch wenn es regnete) nach draussen geschickt. 


Schließlich brauchten die Kinder frische Luft, und sollten ja keine Stubenhocker werden. Gut im Nachhinein war das eher Eigennutz, schließlich wollte man mal Qualitätszeit mit sich selber verbringen. 


Heute müssen Kinder 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche und 365 Tage im Jahr überwacht werden. Im Amerika können Eltern schon wegen „Vernachlässigung“ die Kinder verlieren, wenn diese nur allein zur Schule gehen. Bei mir war das normal. Auf der anderen Seite regen sich dann Schulen darüber auf, wenn die Eltern mit ihrem Großstadtpanzer (a ka SUV) fast bis ins Klassenzimmer fahren, damit der Sprössling ihrer Lenden bloß keinen Weg zu Fuß in der bösen Welt da draussen gehen muss. Und damit das so bleibt wird man nicht müde, den von der Neuzeit verunsicherten Eltern ein schlechtes Gewissen einzureden. 


Natürlich springt auch die Technikindustrie darauf an. Mit „kindergerechten“ Handys, Überwachungsarmbändern werden Kinder schon früh daran gewöhnt, von ihren Eltern ständig und überall überwacht zu werden. So schafft man entweder folgsame Untertanen oder Rebellen. Und die Hersteller dieser Gadgets machen Kasse. Denn natürlich ist diese Überwachung nicht kostenlos sondern im günstigen Abo erhältlich. 


Auch die staatliche Überwachung ist nicht kostenlos. Die wird von unser aller Steuer bezahlt. 


Schöne Zukunft. Wir ziehen uns da eine total unselbstständige Generation heran, die am Ende noch nicht mal die Schuhe zubinden kann oder ihren Alltag gestalten. 


Dies sehen wir ja schon jetzt. Siebzehnjährige bis fünfundzwanzigjährige Prinzessinnen, die nicht mit (berechtigter) Kritik umgehen können. Und Prinzen im gleichen Alter, die bis dreißig sich von ihren Eltern versorgen lassen.