Schwule entwerten die Ehe

Die Konservativen werfen den Schwulen und Lesben gerne vor, mit ihrer Forderung nach einer Gleichstellung der Ehe, diese zu entwerten. Was genau das mit einer Ehe machen soll, ist mir nicht ganz klar. 


Was meiner Meinung nach die Ehen wirklich entwertet ist jeder Konservative der fremdgeht. Genauso wie meine Ex-Frau. Nicht, das die Ehe im Jahr 2015 wirklich noch einen Wert hat. Schließlich wird fast jede zweite Ehe inzwischen geschieden, für die Kindererziehung braucht man die Ehe auch nicht mehr. Sind wir ehrlich. Das Konzept des vom Staat und Religion erzwungenen „Zusammenlebens bis zum Tode“ ist tot. War es schon immer, denn auch in den dunkelsten, von Religioten beherrschten Zeiten hielt sich, wer konnte, Bettgespielinnen und Loverboys. Natürlich waren die Fleißigsten darin unter ihnen, diejenigen, die für Ehebruch die schlimmsten Strafen forderten. 


Meiner Meinung nach ist die Ehe nur für eine Gruppe von Leuten noch bedeutsam: Binationale Paare, bei denen der Partner ausserhalb des Schengenraumes kommt (Wobei der Schengenraum ja auch nicht in Stein gemeisselt ist und derzeit ja alles dafür getan wird, diesen wieder abzuschaffen). Mit etwas gutem Willen findet sich da sicher auch ein anderer Weg. 


Im wesentlichen halte ich die Ehe für überholt und unnütz. Wer das Zeremoniell benötigt: Gerne. Wer eine religiöse Bestätigung benötigt: Gerne. Kann man sich gerne bei den entsprechenden Dienstleistern besorgen. 


Ansonsten kann man die Vorteile und Privilegien einer Ehe auch anders verteilen: Steuervorteile nur an Familien mit Kindern, Auskunft in Krankenhäusern kann man über die Patientenverfügung regeln. 


Einzig für bi-nationale Familien sollte dann eine Lösung gefunden werden, die einen vernünftigen und modernen Ansatz bietet und endlich mal weg von der pauschalen Verurteilung als Scheinehe, deren Ursprung mit hoher Wahrscheinlichkeit noch aus dem Rassendenken der Nazis stammt.