Big Data ist Big Shit

Nach den schrecklichen Anschlägen in Paris wird, pünktlich wie die Eieruhr, immer nach noch mehr Befugnissen für den Staat, mehr Überwachung gefordert. Dabei hat Frankreich zum Beispiel schon lange die Vorratsdatenspeicherung, weitgehende Befugnisse für Polizeibehörden etc. Und doch konnte sowohl der Anschlag auf Charlie Hebdo geschehen wie auch jetzt. Warum das so ist, erfahren sie exakt jetzt.

Und bei beiden Malen waren die Täter auch im Visier der Ermittler. Ich will einen Versuch einer Erklärung jenseits von Verschwörungstheorien anbieten: Die Daten waren einfach zu viel!


Stellen wir uns Big Data als Heuhaufen vor in denen eine Stecknadel versteckt ist. Um den Datenberg zu durchforsten gibt man uns maximal eine Heugabel. So sieht das Werkzeug heutiger Big Data Verfechter aus. Selbst wenn Sie es systematisch angehen benötigen Sie viel Zeit und gegebenenfalls finden Sie die Stecknadel nicht mehr. Würden Sie den Haufen mit einem Magneten durchsuchen, würden Sie die Stecknadel in kürzester Zeit finden. Leider gibt es bei Big Data keinen Magneten. 


Man kann heute von den meisten normalen Leuten ein relativ genaues Dossier anlegen, über das was sie tun, wohin sie gehen, was ihre Vorlieben und Abneigungen sind. Damit wird der Datenberg immer größer, und mehr Daten bedeutet auch mehr falsche Positive, das heißt Treffer. Und bei jedem Treffer muss dann der Ermittler nachgehen. In der Zwischenzeit kann der radikale Islamist sich sehr gut verstecken.


Vor zehn-zwanzig Jahren ging das nicht so einfach. Man hatte zwar weniger Hinweise, aber wenn es Hinweise gab wurde der Verdächtige (und nur der) wenn es sein muss 24 Stunden,  Tage die Woche überwacht. Flächendeckende Überwachung macht nur Angst und erzeugt viele Treffer, die sich im Nachhinein als falsch entpuppen. 

Somit ist Big Data eben Big Shit der nur dazu dient, einigen Consulting-Unternehmen Geld in die Kasse zu spülen.