Von der Politischen Korrektheit

Viel wurde schon geflucht über den Hang, in der heutigen Zeit „nichts mehr sagen zu dürfen“. Meist kommt das aus Ecken, die eigentlich ausschließlich Beleidigungen sagen wollen. 


Doch der Trend, sich immer und überall politisch korrekt auszudrücken, nimmt inzwischen Blüten an, die weit über den ursprünglichen Zweck hinausgehen, besonders im Mutterland der „political correctness“, den USA. Dabei war der ursprüngliche Gedanke ja eigentlich ein ganz positiver: Niemand sollte grundlos beleidigt werden. Finde ich richtig. Was nun aber dem ganzen Zweck zuwiderläuft, ist, das es immer jemanden gibt, der sich beleidigt fühlt. 


Ich bin zum Beispiel extrem kurzsichtig. Nach den Ideen der politisch korrekten müsste das „visuell herausgefordert“ heissen. Auch wenn dies gut gemeint ist, ist das aber doch falsch gedacht, könnte man es so auslegen, das ich eigentlich richtig sehen könnte, wenn ich fauler Sack mich nur mal anstrengen würde. Kann ich nicht. Geht nicht. Also ist das schon mal dummes Zeug. 


Nun gibt es davon noch eine Steigerung: Cultural Appropriation. Auf deutsch: Kulturelle Aneignung. Dabei geht es um „Aneignung“ kultureller Eigenheiten durch den Westen. 


Ein gutes Beispiel ist dabei Yoga. Andere Beispiele ist der Kimono, klassisches Kleidungsstück der Japanerinnen. Alternativ die ErHu der Chinesen.


Alles Dinge, die auch Westler, also Langnasen wie ich machen, anziehen oder spielen können. Und das passt einigen schnell Beleidigten nicht in den Kram. Schließlich können damit weiße kaukasische Menschen sich dieser Kultur bemächtigen. Also verlangen diese Beleidigten Schnarchnasen, die zumeist weder japanisch, indisch, chinesisch etc. sind, das der Westler dass gefälligst zu lassen hat. Somit also Yoga nur Inder, Kimono nur Japaner, ErHu den Chinesen.


Aber: Ist diesen „Social Justice Warriors“ eigentlich mal aufgefallen, wie sehr ihre Rhetorik da der „Rassengesetzen“ der Nazis ähneln, oder dem „Deutschland den Deutschen!“ Ruf der geistig unterbelichteten? 


Nur mal so betrachtet.