Der Mann ist das Klima schuld

In der Zeit hat sich eine Dame darüber ausgelassen, das bei der Klimaerwärmung die Männer schuld seien, da Frauen ja umweltbewusster seien, und die Männer ja technische Spielereien nutzen.


Mal abgesehen davon, das dieses Bullshit ist, denn nicht wenige Frauen nutzen technische Spielereien wie Smartphones, Tablets, ja auch eine Menge Wearables wie Smartwatches. Gerade die Firma Apple baut sich stillschweigend zu einer „Fashion Company“ um. Werfen wir doch mal einen Blick auf die Umweltbilanz von Frauen, die, so darf ich schon mal verraten, verheerend aussieht. 

 

Die meisten Frauen geben als Lieblingsbeschäftigung „Shoppen“ an. Darauf hat man sich im Einzelhandel eingestellt: Die Innenstädte und Einkaufszentren haben fast nur Kleidungsgeschäfte, Kosmetika, Schuhe und Accessoires für Frauen. Wenn man sich ein typisches Einkaufszentrum wie das „Kaufhaus des Westens“ so ansieht, so sind die immer gleich aufgebaut: Im Erdgeschoss wird man vom Parfum-Duft überwältigt, die ersten beiden Etagen sind zu 100 Prozent Frauenkleidung, darüber dann eine Etage die sich die Herrenbekleidung mit den Schuhen teilt. Die obersten Etagen sind dann meist angefüllt mit Dekorationsartikeln (auch so ein Frauending), einer verschämten, kleinen Technikabteilung, vielleicht eine Etage mit Delikatessen (wenn man die nicht ins Untergeschoss verbannt). 

 

Als ich noch verheiratet war, war die eine Hälfte meines Kleiderschrankes und die Hälfte meiner Schrankhälfte brechend voll mit Kleidung, die meine Ex-Frau meist noch nicht einmal angezogen hat. Kleidung, die größtenteils in Indien, Bangladesch und China unter erbärmlichsten Bedingungen hergestellt wird, Pestizidverseuchte Baumwolle wird mit gefährlichen Chemikalien behandelt und gefärbt. Und da die Kleidung selten mehr als einmal getragen werden darf, das ist ein ungeschriebenes Gesetz der Modeindustrie, wurde mein erwirtschaftetes Geld eben jeden Monat für eben diese Kleidung und Kosmetika ausgegeben. Und wenn man nicht die teuren Läden wie die von Hérmes, Gucci und Lois Vutton und Ketten wie Zara, Mango, etc. sieht, sondern ausgewiesene Billigläden wie Primark, Kik und Co.: Da ist es noch schlimmer. Wenn man alltäglich die Menschen bepackt mit den typischen Papptüten so sieht, und weiß, was da für eine Qualität vorherrscht, da weiß man, das das Einweg-Prinzip für diese Ketten das Geschäftsmodell ist. Umweltbewusstsein ist da bei den Konsumenten Fehlanzeige.

 

Apropos Kosmetika: Wie werden denn diese „kostbaren Öle“ und Ingredienzen gewonnen für die dann im Handel mit faltenhemmender und verjüngender Wirkung geworben wird? Meist werden diese Öle und Pigmente in Dritte-Welt-Ländern unter sicher nicht gerade umwelt- oder menschenfreundlichen Bedingungen gewonnen und dann — gerade bei ätherischen Ölen muss es schnell gehen — mit dem Flugzeug nach Europa gebracht. Dazu nutzen, egal, was die Hersteller einem einreden wollen, gerade die teuren Hersteller immer noch Tierversuche. 

 

Und mal ehrlich: auch die umweltbewegten Frauen, die auf MakeUp verzichten und auch mal in Sackleinen herumlaufen, zum veganen Biomarkt wird dann doch mit dem SUV gefahren und die kleine Lena-Marie muss ja auch mit dem Stadtpanzer zur ökologisch korrekten Kita gefahren werden, selbst wenn diese nur wenige Meter entfernt von der Wohnung ist. 

 

Und da will man mir einreden, das Männer ja so Umweltschweine sind? 

 

Mal als Gegensatz mein Leben: Ich habe nur wenig Kleidung, und die hält auch mehrere Jahre. Diese wird ersetzt, wenn sie kaputt geht. Wann ich neue Jeans kaufe? Wenn die alten kaputt gehen. Ich habe mir auch angewöhnt, Kleidung nicht in Größen zu kaufen, die mir zu klein sind, sondern die mir passen, bequem sind, und auch vom Preis annehmbar sind. Als Jugendlicher habe ich immer Jeans einer bestimmten Marke gekauft, die pro Stück über 150 DM gekostet haben. Als ich merkte, das ich da mindestens einmal im Jahr neu kaufen musste, da sie immer an exponierter Stelle gerissen sind, kaufe ich die im C+A für die Hälfte, die halten dann aber auch mindestens zwei Jahre. Und bevor jetzt jemand kommt, und behauptet, das könne man doch stopfen: Nein, kann man nicht. Da sind mehrere Generationen an Änderungsschneidern sich einig. 

 

Gut, Kosmetika kaufe ich wenig. Duschgel, Shampoo, ein — gebe ich zu — Boss-Rasierwasser, das ich meist nur an besonderen Anlässen wie Vorstellungsgesprächen nutze. Dazu für zu Hause Flüssigseife. Fertig.  Schuhe auch nur wenn ich diese brauche. 

 

Meine Einrichtung ist ja auch typisch männlich: Minimalistisch. Ich hänge nicht mehr so an Dingen wie früher. 

 

Ich gebe zu, ich habe einige technische Spielereien. Aber auch hier habe ich zumeist auf geringen Verbrauch und vor allem Haltbarkeit geachtet. Klar: Sowohl mein Rechner, meine Orgel aber auch die meisten anderen Gegenstände, die man so in einem mittelgroßen deutschen Haushalt findet verbrauchen Strom. Aber muss ich mir ständig ein schlechtes Gewissen einreden? Nein. 

 

Mal abgesehen davon, das man als umweltbewusster, selbstgehäkelte Pullover tragender, vegan lebender Mann, der sich  zumeist doch von den meisten Frauen abgelehnt wird (oder — noch perfider — in die Friendzone verbannt wird). Als Mann wird man doch von deutschen Frauen nur als Sexualpartner wahrgenommen, wenn man beruflich erfolgreich ist, also meist mit dem Flieger oder dem Auto unterwegs ist und kurz vor dem Burnout steht, also viel Geld verdient, das eigene Häuschen besitzt, das Luxusauto vor der Tür und menschlich ein Arschloch ist. Da ist es dann auch egal, ob er eine Umweltsau ist oder nicht. Aber klar, wenn man dann viel Geld verdient und an der Spitze steht, ist es dann natürlich auch nicht genug. Dann sucht sich Frau einen passenden Stecher, mit dem sie dann um die Häuser zieht. Den „besten Freund“ hat sie ja schon, das ist dann der Typ mit dem selbstgehäkelten Pullover, der aber immer dann eine Schulter zum Ausweinen anbietet, wenn der aktuelle Stecher mit der besten Freundin abhaut, oder der Partner auf einmal mit einer jüngeren anbandelt. 

 

Davon habe ich mich zum Glück gelöst. Und bin einfach zufriedener. Zufriedenheit ist ja der erklärte Feind des Kapitalismus. Wären die meisten Menschen zufriedener, würden nicht nur die ganzen Mode- und Fitnessketten insolvent gehen, sondern auch ein ganzer Zeitschriftenmarkt. 

 

Fazit: Männer mögen Umweltschweine sein, größtenteils getriggert vom Partner, Frauen sind es auch. Und: Egal was man tut: Wenn man nicht gerade im Wald auf Bäumen lebt, seine Beute mit der Hand erlegt oder sich allein von Beeren ernährt, dann ist man umwelt- und klimatechnisch gesehen ein Schwein. 

 

Okay, wenn Frau dann „Klimagerechtigkeit“ will: SUV verkaufen, die kleine Lena-Marie zu Fuß zur Kita bringen, weniger Latte-Machiato saufen (denn auch Kaffee wird nicht gerade umweltschonend gewonnen), weniger, aber dafür haltbarere Kleidung kaufen und die dann auch mal mehrmals über mehrere Jahre tragen, statt ausufernder Kosmetika weniger und akzentuierter kaufen und einsetzen. Dann braucht der Mann auch nicht mehr so seiner Karriere hinterher hetzen und hätte auch mal Zeit für seine Partnerin. Aber das ist dann auch nicht gewollt.