Bemore Genesis

Ich war dieses Wochenende zur Prämiere der neuen Orgel „Bemore Genesis“ eingeladen. 

So fuhr ich heute am Sonntag ins Tastenzentrum in Halsenbach. 

Bemore ist eine neue Orgelmarke, die den Markt, der ja, wie ich schon öfter ausgeführt habe, festgefahren zwischen Wersi und Dr. Böhm (Keyswerk) feststeckt, aufmischen wird.

Genesis (früher Genesys) ist eine komplette Neuentwicklung. Hier gibt es zwei Varianten: Home und Pro. Im Internet kursierten bislang nur die Bilder der Pro-Version (erkennbar an den abgesetzten Bediensatelliten, den „Öhrchen“). Die Home-Version ist kompakter, sieht mehr aus wie eine klassische Orgel. Techniker von Phillips waren an der Entwicklung beteiligt.

 

Beide haben einen vollen Zugriegelsatz für Ober-, Untermanual und Pedal. Dazu kann man noch die Lautstärke der einzelnen Layer (Vier oben, drei unten) sowie von Rhythmus und den einzelnen Begleitparts über eigene Zugriegel regeln. 

 

Der Touchscreen ist riesig und man kann alle Parameter aus einem Screen steuern, d.h. man muss nicht zwischen mehreren Ebenen wechseln. Leider ist er nicht so reaktiv. 

 

Presets (Registrierungen) lassen sich leider auch nur über den Touchscreen abrufen, nicht über Knöpfe zwischen den Manualen, wie beispielsweise bei Wersi, hier müsste gegebenenfalls nachgebessert werden.

 

Die beiden Manuale kommen, wie bei hochwertigen Orgeln üblich, von Fatar. Die Verarbeitung ist, trotzdem, dass es sich bei den ausgestellten Orgeln um Prototypen handelt, hervorragend. Bemore verspricht auch, das man die Orgel in allen Farben lackiert kaufen kann. 

 

Beide Orgel haben ein Vollpedal mit 25 Tasten aber man kann sie auch mit einem Kurzpedal erwerben. Dann sind es „nur“ 17 Tasten. 

 

Nun zu den Klängen. Alles in Allem sind die Klänge sehr gut. Hifi-Qualität bei den Sounds. Neben einer Hammond-B3-Simulation, die man mit den Zugriegeln ansteuert gibt es natürlich auch festeingestellte Sounds. Da ist alles mögliche darunter, auch bei den Orgeln kommen voreingestellte Klänge im Sound von Klaus Wunderlich und Franz Lambert. Mir fehlte aber zum Beispiel die Oboe bei den Flöten. Aber das ist sicherlich dem frühen Stadium der Orgel zu verdanken.

 

Bei den Styles gibt es eine Besonderheit: Es lassen sich Styles und Rhythmen aller bekannten Hersteller einladen, ob nun von Yamaha, Roland, Korg und andere. Das macht die Orgel sehr flexibel.

 

Kommen wir nun zum wichtigsten, dem Preis. Der soll zwischen 22.000 und 26.000 EUR liegen. Gemessen an dem, was die Orgel bietet ist der Preis voll gerechtfertigt. Zumal sie handgefertigt wird und man in einem weiten Rahmen auch das Aussehen, Farbe und Ausstattung beeinflussen kann. 

 

Leider löst das natürlich nicht allein das Problem der Attraktivität der Orgel, aber es ist gut, das es eine neue Marke gibt, und ich durfte sie schon mal spielen. Also wer sie sich leisten kann, macht nichts verkehrt.

 

Hier kann man sie kaufen.