Heutige Musik — Ein Rant

Hören Sie manchmal Radio? Nun, ich mache dies manchmal im Auto. Wissen Sie, was mir dabei immer mehr negativ auffällt? Die heutige Musik, gerade und insbesondere die Deutsche Popmusik ist so langweilig.


Nicht nur ich, sondern auch Jan Böhmermann empfindet es so. „Seelenlose Kommerzkacke“ rantete er zur Verleihung des Echo 2017, dem wichtigsten deutschen Musikpreis. 

 

Und womit? Mit Recht! Ich will das nicht mal so nur an den eigentlich belanglosen Texten ausmachen. Das steht mir ja nicht zu, da mein Genre „Easy Listening“ sich ja meist auch nicht durch tiefschürfende Texte auszeichnet, wenn es hier überhaupt Texte gibt. 

 

Nun mir geht es ja auch um die Musik als Gesamtkunstwerk. Die heutige Musik ist dem Zeitgeist entsprechend: Vegan, Glutenfrei, fettfrei, geschmackbefreit. Langweilig halt. Nur ja keinem auf den Schlips oder die Schlipsin treten. 

 

Muss wohl auch an der Angst vor Shitstorms liegen. Dabei ist ein Shitstorm eigentlich keine so schlimme Sache, man muss nur damit umgehen. 

 

Musiker waren eigentlich immer Leute die anders waren als der Rest. Und konnten es sich durchaus leisten. Selbst ein Schlagersänger wie Udo Jürgens hat mit zum Beispiel „Ein ehrenwertes Haus“ die so genannte ehrenwerte Gesellschaft der 70’er aufs Korn genommen, und das sehr deutlich. Es war egal, ob der Nachbar seine Tochter verprügelt, der Fenster-Rentner (Alexander der Gauleiter?) , der immer allen erklärt, was denn verboten ist, oder gar die Dame, die mit dem Gasmann schläft. Nur ein nichtverheiratetes Paar, das musste raus aus dem Ehrenwerten Haus.

 

Dagegen stinkt heutige Musik gnadenlos ab. Auch die Melodien. Wenn man den von Melodien sprechen kann. Denn die meisten der heutigen Lieder werden weniger von einer Melodie getragen sondern eher in Form eines Sprechgesanges, der relativ monoton daherkommt. Kein Wunder das ich meist Lieder spiele, die zehn Jahre und älter sind. Das war Musik die Spaß machte. Spaß zu hören, aber auch Spaß diese zu spielen. Musik, die mehr ist, als die Lieder der neuen „Deutschen Pop-Poeten“, gegen die selbst Modern Talking runder klingt und die Lieder einer Helene Fischer geradezu wohltuend sind. 

 

Das was heute unter „Musik“ verkauft wird, macht keinen Spaß und ist eher deprimierend. Selbst Songs, die heute als „Sommerhit“ verkauft werden (Beispielsweise „Alles Leuchtet“) kommt eigentlich immer in maximal zwei Tönen daher.  Ich werde das Gefühl nicht los, das tragende Teile eher mit Septimen-Akkorden statt Dur oder Moll gespielt werden. Leute, ein Sommerhit, der ist Dur-Fröhlich, den will man singen, der soll sich in den Ohren festfressen und zum Singen und Tanzen anregen. 

 

So, und nun kommt. Shitstormt mich, hehe.