Kinder an die Orgel

Ich habe hier im Blog ja schon mehrfach erwähnt, fehlt es der Orgel an Nachwuchs. Die Gründe sind hauptsächlich der der hohe Anschaffungspreis und der fehlende Orgelunterricht.

 

Nun, glücklicherweise gibt es Leute, die etwas dagegen tun. Gerade die Orgel hat im Gegensatz zum Keyboard einige Möglichkeiten mehr, so das man mit einer Orgel mit beiden Händen und Füßen ein ganzes Orchester erschaffen kann.


Gestern, am Samstag, habe ich Herrn Kopp besucht. Dieser leitet nicht nur eine Musikschule, sondern hat dieses Problem auch erkannt. Als alter Orgelhase ist er auch traurig, das der Nachwuchs fehlt. 

 

Daher baut er eine eigene Orgel, die er für unter 2.000 EUR verkauft. Nicht nur das, sondern dazu hat er auch eigene Orgelnoten, Presets, Midi-Dateien, etc. erstellt, so das es ein komplettes Programm ist, die Orgel wieder ins Wohn- bzw. Kinderzimmer zu bringen. 

 

In dem Kurs lernen Kinder zuerst das Spielen wie beim Keyboard mit einem Manual. Zwischendurch wird Immer mal wieder das obere Manual eingebaut, so dass die Kinder sehr schnell mit beiden Manualen umgehen lernen und auch die Besonderheiten der Orgel sehen. 

Nun mal zu den Orgeln. Diese gibt es mit einem bis drei Manualen. Zugrunde liegt ein Windows-PC, der mit einem 7“ Touchscreen bedient wird. Das heißt es ist sogar möglich eigene Programme darauf laufen zu lassen. Software wie z. B. Cubase um Midi-Dateien und eigene Rhythmen zu erstellen. 

 

Wohlgemerkt: Herrn Kopp kommt es nicht so sehr darauf an, möglichst authentisch zu klingen, sondern dem Orgelspiel Nachwuchs zu bringen. Und das ist es wert. 

 

Auch wenn die Orgeln eben nicht so aussehen wie von einem Star-Designer geschaffen haben sie viele Features der „Großen“: Austauschbare Klänge und Rhythmen, Touchscreen, anschlagsdynamische Tastatur von Fatar, Audio- und Midi-Recorder, Vier Taster um kurze Sounds als Effekte zu laden, eingebautes DVD-Laufwerk und selbstverständlich USB-Anschlüsse. Die Farbe der Seitenwangen und des Bedienfeldes kann man frei wählen und gegen einen geringen Aufpreis gibt es die Orgeln sogar in Hochglanz. Ganz wie man es auch von Größen wie Wersi und Dr. Böhm her kennt. 

 

Erst kommt die Orgel ohne Pedal, die Pedaleinheit mit 13 Pedalen kann man aber später immer noch dazustellen. 

 

Auch die Dreimanualige Ausbaustufe für den Profi kostet mit knapp viereinhalb Tausend Euro nur einen Bruchteil der Großen. 

 

Im Unterricht lernen die Kinder Songs wie „He’s a Pirate“, „Star Wars“, aber auch Techno und Charthits zu spielen. Also all die coolen Sachen, die heute angesagt sind. Und eben gar nicht so nach Orgel klingen. 

 

Auch eigene Midi-Dateien und eigene Rhythmen zu erstellen. Und alles mit den eigenen Instrumenten. 

 

Leider sehen die meisten Orgelhersteller ihre Zukunft nicht, anders als die Asiaten, die mit landesweiten Orgelwettbewerben Kinder und Jugendliche in Japan (Yamaha) und China und Malaysia (Ringway) an die Orgel bringen und dort mit preiswerten Instrumenten „anfixen“. 

Ein — wie ich finde — sehr gelungenes Projekt von einem sehr sympathischen Menschen, das sollte jeder Orgelspieler unterstützen. 

 

Kontakt: info@walko-instruments.de 

 

Die Webseite ist gerade in der Überarbeitung.

 

Anmerkung: Ich habe es nochmal nach oben geholt und Bilder eingefügt.

 

Herr Kopp: Vielen Dank für die Bilder.