Filmkritik: The Orville

Ich bin ja seit Kindheit an ein Trekkie. Und für diese besondere Spezies Mensch hat Pro 7 jetzt eine neue Serie im Angebot: "The Orville". Kreiert wurde die Serie von Seth McFarlane, der auch für "Family Guy" verantwortlich ist.

 


Während Family Guy an sich eher mit einem Humor unterhalb der Gürtellinie aufwartet ist "The Orville" eher familientauglich. Das es eine Star Trek Parodie ist, merkt man natürlich, aber die Serie ist intelligent gemacht und hat eine Menge Potential in ihren Charakteren. Es ist eher The Next Generation als die meisten anderen Parodien.

 

Wie TNG behandelt die Serie auch eine in sich abgeschlossene Geschichte pro Folge, und die Thematiken würden in The Next Generation auch funktionieren.

 

Im Gegensatz zu Star Trek Discovery, bei der ich gerade mal die ersten beiden Folgen gesehen habe. Ich bin der Meinung als Serie die in der Zukunft, nach Voyager spielt, würde sie funktionieren. Aber nicht so, denn offiziell ist ST:D zwischen Enterprise und dem Originalserienverschnitt von 2009 angesiedelt.

 

Seth McFarlane ist hier mehr Fan und hat The Orville mit sehr viel Liebe zum Detail ausgestattet, und trotz allem den Bezug zu den Alltagsproblemen unserer Zeit gehalten. Los geht es mit Captain Mercer (gespielt von Seth McFarlane), der ein Jahr nach der Scheidung von seiner Frau ein Kommando über die Orville bekommt, ein Forschungsschiff. Und als ersten Offizier bekommt er – seine Exfrau. Dazu noch einen Haufen anderer Menschen und Aliens. Humor ist da, aber tritt nie so auf, das es die Serie ins Lächerliche zieht. Statt dessen bringt die Serie die von TNG gewohnten und geliebten Werte, wie Neugier, Toleranz und Mitgefühl gepaart mit einem unerschütterlichen Optimismus. Und dies ohne den erhobenen Moralismus-Zeigefinger, wie der Spiegel den Klassischen Star Trek Serien diagnostiziert. 

 

Noch ein paar Fun Facts: Jonathan Frakes (Commander Riker aus TNG) und Robert Duncan McNeil (Lt. Tom Paris aus Voyager) führen bei zwei Folgen Regie. Robert Picardo, der Doktor aus Voyager spielt auch in einer Folge mit und wird auch in der zweiten Staffel mitspielen. 

 

Während die Kritiker in den U.S. die Serie verrissen (und STD in den Himmel loben), sehen die Fans das genau umgekehrt. Und ich sehe das genau so.

 

Endlich mal eine Serie die mal wieder eine Zukunft bringt in der ich gerne leben würde, statt der immer gleichen Dystopien der letzten Jahre. Die ersten Folgen, die Pro 7 gestern gezeigt hat, machen definitiv Lust auf mehr. 

 

Update: Trotz aller schlechten Kritiken der professionellen Kritiker ist eine zweite Staffel bereits angekündigt und wird derzeit gedreht.