DSGVO und die Arche 2

Nun ist sie da die DSGVO oder auch Datenschutzgrundverordnung. Und alle daran Beteiligten klopfen sich auf die Schulter und werden nicht müde, sich immer wieder zu versichern, wie großartig damit der Bürger geschützt sei und endlich, endlich volle Transparenz bekommt, was mit seinen Daten geschieht.


Und der Bürger? Der ist genervt. Genervt von hunderten E-Mails, die alle zum Thema haben, das man gerade jetzt doch seine Datenschutzerklärung aktualisiert hat und dem Kunden einen Opt-Out gibt. Genervt von jeder Webseite die statt eines Newsletter-Popups nun ein Cookie-Popup hat, das man wegklicken muss. Der Datenschützer hat sich damit

endgültig in die Liga der Telefondesinfizierer von Golgafrincham katapultiert. Der Platz in der Arche 2 sei ihm sicher.

 

Und Facebook, Google? Mark Zuckerberg kann sich entspannt zurücklehnen, denn trotz der gigantischen Strafandrohung von 4% des Umsatzes, kann er sicher sein, dass ihm nichts passiert. Eric Schmidt von Google genauso.

 

Selbst wenn es die EU-Gerichte schaffen, Facebook zu verklagen, bis Facebook zahlen muss, gibt es keine EU mehr. Der Super-GAU wäre es, wenn Facebook und Google sich zusammen mit Apple und Microsoft vom europäischen Markt

zurückziehen würde. Auf der einen Seite würde Manfred Spitzer, der ewig-gestrige Fortschrittsbremser, einen Freudentanz aufführen, auf der anderen Seite würde die EU jeglichen Rückhalt verlieren und im Chaos untergehen.

 

Ein datenschutzkonformes Facebook und Google geht ja meist einher mit schlechter Bedienbarkeit oder man wäre von heute auf morgen kostenpflichtig. Diaspora ist so ein Versuch, ein dezentrales Facebook zu erzeugen. Kennen Sie nicht? Genau darum. Grundsätzlich ist die Idee ja gut, aber bis auf wenige Nerds kann man dort nur wenig „Normale“, also nicht so IT-affine Nutzer finden. Facebook hingegen ist einfach. Google ist einfach. Einfach zu bedienen und bietet den Mehrwert von umfassenden Ergebnissen. Bei Youtube ist es jedermann einfach Videos hochzuladen und einem Millionenpublikum vorzustellen.

 

Zwar gibt es auch einiges nicht so schönes Material, aber im Großen und Ganzen kann man eben viel entdecken. Facebook macht es einfach, Inhalte, Meinungen, Bilder und Texte mit anderen, entweder Freunden und Verwandten, oder sogar der ganzen Welt zu teilen. Und das erst einmal kostenlos.

 

Ein kostenpflichtiges Videoportal gibt es mit Vimeo. Alle Konkurrenz zu Facebook ist entweder verschwunden und tot (MeinVZ, StudiVZ, WKW etc.) oder nur in Basisfunktionen gratis.

 

Gut Faceboon wird gerne so gesehen wie das Rauchen. Man kann es nicht verbieten, nur madig machen. Genau wie Foodwatch gerne die Leute umerziehen würde, nur noch "gesunde" Lebensmittel zu konsumieren. Das mag ja erst einmal nett klingen, funktioniert aber, wie man es schon beim Rauchen sieht, nicht. 

 

Der nächste Schritt in den Zensurstaat sind Uploadfilter, die jetzt während der WM durch die EU durchgedrückt werden soll. Natürlich von der CDU, wem auch sonst. Man will halt das Internet endlich beseitigen, und da man es nicht, wie in Nordkorea, China oder dem Iran einfach verbieten kann, macht man es so teuer und risikoreicher, das Internet zu nutzen. Hinterher, wenn Deutschland und Europa das wirtschaftliche Schlusslicht ist, dann jammert man wieder laut. Wenn man dann noch jammern kann…