Videotools für YouTube

Ich habe mir vor kurzem ein Acer Switch 5 zugelegt, ein 2-in-1 System, das sowohl Tablet als auch normales Notebook sein kann. Derzeit nehme ich es auf Reisen mit,  als YouTube-Fernseher als auch als SAP-fähiges Notebook. Werde dazu später sicherlich auch mal etwas veröffentlichen. Hier und heute soll es aber um des Youtubers wichtigstes Werkzeug gehen: Das Video-Schnittprogramm. Auf dem Mac verwende ich eigentlich bislang immer iMovie. Das Programm ist stabil und kann eigentlich alles was ich benötige. Und diesen Maßstab habe ich auch an meinen Test gelegt. Für alle Tests habe ich das Rohmaterial zum Video "SEMPRA: Ich Sterb Für Dich" genutzt.

1. Kandidat: Wondershare Filmora

Das Programm läßt sich fast unbegrenzt im Testmodus verwenden und man kann fast alle Funktionen testen. Die Funktionen sind sehr umfangreich. Das Bildschirmlayout ist so, wie man es von iMovie kennt, dabei kann man zwischen einer hellen und einer dunklen Oberfläche wählen. Auch kann man das Layout anpassen. 

Unten befindet sich die Zeitleiste, rechts oben das aktuelle Video als Vorschau und links oben je nachdem Medienauswahl, Titel und Überblendungen sowie Effekte. 

Die einzelnen Videoschnipsel lassen sich zuschneiden, die Reihenfolge beliebig verändern und mit Überblendungen versehen. Auch Audio- und Videoeffekte lassen sich zuweisen und einstellen.

Alle getesteten Programme bieten schon von Hause aus viele Effekte und können mit einem eingebauten Effektshop angepasst werden. Meist werden themenbezogene Effektpakete angeboten aber bei Filmora kann man auch einzelne Effekte zukaufen.

Der Upload ist möglich auf Youtube, Facebook und diversen anderen Plattformen, sowie das Rendern auf die Platte in einstellbarer Qualität. 

Die Bedienung ist mit dem Touchpad schwierig, mit einer angeschlossenen Maus allerdings recht einfach und man kommt schnell in das Programm hinein.

2. Kandidat: Magix Video Deluxe

Magix hat sich spezialisiert auf Multimedia-Software, ausgehend vom Music Maker nun also auch mit Photos und Videos. Auch hier gibt es eine 30 Tage gültige Testversion, danach muss man es kaufen. Den Ur-Music Maker gibt es allerdings kostenlos, und den habe ich auch als Garageband Ersatz für Windows. 

Von Video Deluxe bin ich allerdings alles andere als angetan. Aber von Anfang an. Das Programm startet auch mit einem dreigeteilten Bildschirm: Unten eine Clipansicht, die man auch zu einer Zeitleiste umschalten kann. Sämtliche Clips eines Films landen nach dem Import hier. Links oben ist die Videovorschau, rechts oben Parameter und Medienimport, Effekte und Titel zur Auswahl. 

Mein erster Kritikpunkt ist, das die Clips nach dem Import in der Reihenfolge des Imports stehen und die Reihenfolge nicht verändert werden konnte. Auch habe ich keine Möglichkeit gefunden, die einzelnen Clips zuzuschneiden. 

Ich vermute mal, das das geht, doch ich habe die Möglichkeit nicht entdeckt. Auch gibt es kein Handbuch, in dem man sich diese Funktionen vor dem Kauf einmal ansehen könnte. Schade! 

Der einzige Pluspunkt ist für mich, die schiere Anzahl an Effekten, Titeln und Filtern, die man nachladen kann. Auch Zusätze wie "VascoDaGama" eine Software, mit der man eine Reise als Strich über der Weltkugel anzeigen kann, wie in Indiana Jones oder auch andere Software ist ganz beachtlich. 

Meist benötigt man es eigentlich nicht. 

3. Kandidat: Movavi Video Editor Plus

Kommen wir zu Nummer drei. Das Programm kann wie alle anderen auch über die Website des Herstellers heruntergeladen werden, besitzt aber von allen dreien die kürzeste Testphase, nämlich 7 Tage. Danach muss das Programm gekauft werden. 

Wie Filmora ist das Bildschirmlayout nach dem Start ähnlich wie iMovie: Links oben die Auswahl von importierten Medien, Effekten, Titeln etc., rechts oben die Vorschau des Videos. Unten befindet sich die Zeitleiste. 

Es ist möglich die Clips in beliebiger Reihenfolge zu setzen, das Video zu beschneiden etc. 

Neben dem reinen Medienimport sind auch Screencasts (Bildschirmaufnahmen für Let's Plays etc.) und Audioaufnahmen direkt aus dem Programm aus möglich. 

Natürlich kann man auch hier Effekte, Titel und Überblendungen sowie GEMA-Freie Musikclips zukaufen.

Audio- und Videos kann man natürlich auch beliebig anpassen, beispielsweise die Lautstärke etc. 

Eines der Besonderheiten der Plus Version ist die Keyframe Animation, mit der man Objekte frei durch den Raum fliegen lassen kann. 

Fazit

Wondershare Filmora und der Video Editor Plus von Movavi sind in meine engere Wahl gekommen. Beide Programme liegen gleichauf und es sind eigentlich nur Nuancen die sie unterscheiden. Mit Video Deluxe wurde ich einfach nicht warm. Ich finde, das so grundlegende Dinge, wie das Zuschneiden von Clips schon zugänglicher sind und auch das Anordnen von Clips sollte intuitiv per Mausklick und Drag'n'Drop erledigt werden können. 

Filmora ist ein schönes Programm mit einer relativ aufgeräumten Oberfläche, die eingebauten Effekte und Übergänge sind passend. 

Gleiches gilt für den Video Editor Plus, dessen Oberfläche ich noch als einen Tick aufgeräumter empfinde. 

Letzten Endes hat aber gerade auch der Preis entschieden: Während Filmora und Video Deluxe auf 70 bis 80 Euro kommen, kostet der Video Editor Plus nur 39 Euro und ist damit Preissieger. 

Natürlich kann man sicher auch mehr ausgeben für Programme die auch mehr können, für die man aber wesentlich mehr lernen muss.

Video Editor Plus ist also mein Favorit und ich freue mich auf die ersten Filme die ich damit machen kann.