Nachlese: Das Tastenfestival 2018

So, dieses Jahr hat es für mich, trotz einer neuen Arbeit, doch noch geklappt zum Tastenfestival nach Herdecke zu kommen. 


Wir sind von Parkplatz in das Hotel gegangen, nicht von vorne. Daher sind wir erst einmal an den verschiedenen Räumen vorbeigekommen. Natürlich fiel mir als SEMPRA-Spieler natürlich der Raum "Klee" auf, in dem Keyswerk seine Produkte vorstellte. 

 

Die Highlights sind natürlich die beiden SEMPRA-Keyboards SE10 und SE 10 DB (DB steht hier für Drawbars). Während das SE 10 76 Tasten besitzt und standardmäßig ohne die REAL ORGAN auskommen muss, sich damit auch eher an Klavierspieler und aufsteigende Keyboardspieler richtet (natürlich kann das Orgelmodul REAL ORGAN eingebaut werden, muss dann aber standardmäßig über den Bildschirm bedient werden), ist das SE 10 DB zwar nur mit 61 Tasten ausgestattet, kommt aber mit 12 (!) Hardware-Zugriegeln. 

 

Die beiden Keyboards wurden zum ersten Mal vorgestellt und komplettieren die SEMPRA-Serie nach unten, und beenden die Silverbird-Ära. Das SEMPRA OS passt stimmig in das Konzept.

 

Bernd Wurzenreiner stellte das zweite Highlight vor: die REAL ORGAN 2.0 mit softwaremäßig erweiterteren Orgeltypen, die sowohl die BÖHM Professional 2000 Serie als auch die der Konkurrenz abgedeckt hat. 

 

Gekonnt spielte er sich von der Hammond H 100 über die klassischen Böhm Orgeln bis hin zum Wunderlich-Style und einigen amerikanischen Orgeln. Da sind Welten zwischen dem EDS-Modul und REAL ORGAN. 

 

Ein weiteres Highlight war für mich ein Konzert des Niederländers Dirk Jan Ranzijn, der mit seiner auf die SEMPRA umgebauten Sinfonia 480 SE alle anwesenden begeisterte und mitriss. 

 

Natürlich stattete ich auch den anderen Räumen einen kurzen Besuch ab. Im Wersi-Raum führte Robert Bartha die Möglichkeiten der Pergamon vor. Der Raum von Korg war bis auf uns und einem spielenden Vorführer leer. Den Raum neben Keyswerk hatte Keyboard-Partner, also die Leute die das REAL ORGAN Modul entwickelt haben und auch eigene Module verkaufen. Auch dieser Raum war gut besucht, der Vintage-Sound der alten Hammonds lebt also immer noch. 

 

Im Flur und Foyer konnte man neben einer Hauptwerk-Orgel auch Michel Voncken bewundern der natürlich auf dem Yamaha Tyros 5 und dem Genos sein Können und seine neuesten Erweiterungen zeigte. 

 

Auf der anderen Seite des Flures fanden sich dann noch der Stand der OKEY, das Orgelhaus Walko, das eine aus Lego gebaute voll funktionsfähige Orgel im Schlepptau hatte. Am Stand der OKEY konnte man sich natürlich auch mit CDs und DVDs aus allen Bereichen der Orgel eindecken.

 

Mein Fazit: Rein Publikumsmäßig hatte Keyswerk die Nase vorn. Lag wahrscheinlich auch daran das man hier wirklich einige Neuheiten vorstellen konnte. Auch Walko zeigt deutlich, das man auf die neue Generation setzen muss, wenn man nicht aussterben will. Das wäre sehr schade für eines der vielseitigsten Instrumente die es gibt. 

 

Leider geht das Sterben weiter, erst heute musste ich erfahren, dass das amerikanische Urgestein Lowrey schließt und seine Produktion einstellt. 

 

Gerade deshalb ist es wichtig, auf eine nachwachsende Generation von Orgelspielern zu setzen, wie ich es schon hier gesagt habe.