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The Orville, 2. Staffel

Okay, die Zweite Staffel der „Orville“ läuft jetzt schon eine ganze Weile auf Pro 7. 
Warnung: Im weiteren Text gibt es jede Menge Spoiler. Weiterklicken auf eigene Gefahr.

Allgemeines

Man hat sich die Kritik an der ersten Staffel zu Herzen genommen. Es gibt wesentlich weniger Family-Guy-Humor , mehr Richtung Drama und ernst zu nehmende Science Fiction. Damit ist die Orville ihrem Vorbild noch ein Stück näher gekommen. 

S2E01 - Ja'o'ja

Die Staffel beginnt noch harmlos. Eigentlich so, wie man es kennt. Zum Inhalt: Schon in der ersten Folge der Ersten Staffel erfahren wir ja, das Moclaner nur einmal im Jahr urinieren. Und jetzt ist es bei Bortus soweit. Die Moclaner feiern es mit einem Fest, dem Titelgebenden Ja'o'ja. Also bittet Bortus darum, nach Moclus gebracht zu werden.  Da keine anderweitigen Aufgaben anstehen, erlaubt Ed dies. Während des Fluges bandelt seine Exfrau, Kelly mit dem Lehrer der Orville an, was Ed ziemlich auf die Palme bringt, und er verfolgt die beiden auf ein Date im Shuttle, was Kelly mitbekommt. Der ältere Sohn von Dr. Finn kommt in schlechte Gesellschaft als ein Freund den Nahrungsmittelsynthesizer hackt, um Wodka zu bekommen. Zum Schluss kann sich Bortus endlich erleichtern. 

Fazit:  Eine Folge die einfach so dahinplätschert. Es geschieht, mit Ausnahme des "Ja'o'ja" nichts, was besonders Science Fiction ist. Ist aber keine schlechte Folge, um wieder rein zu kommen. Und es bleibt nicht immer so.

S2E02 - Urtriebe

Die Orville beobachtet einen Planeten, der von seiner Sonne verschlungen wird. Bortus meldet sich immer häufiger früher vom Dienst ab, um heimlich das Simulatordeck zu besuchen, wo er sich sexuellen Simulationen hingibt. Sein Partner Klyden ist davon nicht begeistert, das er jeden Abend spät in sein Quartier kommt. Im Laufe eines Streits will Klyden Bortus mit einem Messer erstechen, was entdeckt wird und Bortus kann gerettet werden. Beide bekommen die Anweisung eine Paartherapie zu machen. Bortus lässt sich aber nicht abbringen und läßt sich von einem Crewmitglied härtere Porno-Simulationen besorgen. Diese haben einen Virus der erst die Essensausgabe stört, danach aber auch wichtige Schiffsfunktionen. Isaac entdeckt, das der Planet unter der Oberfläche immer noch bewohnt wird. Die Orville läßt sich nun aber durch den Virus nicht mehr steuern und droht in die Sonne zu stürzen. 

Bortus' Simulation wird entdeckt und damit kommt alles raus. Dank Isaac kann die Orville noch rechtzeitig gerettet werden. Bortus und Isaac sind die Einzigen, die in die Höhle fliegen können. Sie treffen auf eine Gruppe Menschen, können am Ende aber nur die Hälfte der Gruppe retten, was Bortus zeigt, was Partnerschaft bedeuten kann. 

Fazit: In dieser Folge hat das Tempo schon deutlich angezogen, so viele einzelne Handlungsstränge gibt es. Natürlich das meiste schon von der Vorlage "Star Trek TNG" bekannt, doch Seth McFarlane schafft es immer wieder seinen Stempel aufzudrücken. 

S2E03 - Zu Hause

Alara verliert aufgrund der niedrigen Schwerkraft an Bord schleichend ihre Kräfte. Als einzige Möglichkeit bleibt ihr schließlich wieder nach Hause, nach Xelayah, zurückzukehren. Ihre Eltern freuen sich, doch ihr Vater ist immer noch verärgert darüber das Alara den Dienst an Bord der Orville angetreten hat. Er läßt dies seine Tochter spüren, bis dann ein ehemaliger Kollege auftaucht, der ihn töten will. Alara besiegt ihn natürlich und befreit ihre Familie.

Fazit: Eine starke Folge, die sich mit Alara und ihrer Familie beschäftigt. Der Vater wird wieder gespielt von Robert Picardo, dem Doktor der Voyager. Zwischendurch atemberaubende Bilder von Xelayah.

S2E04 - Vertraue dem Feind

Die in der ersten Staffel neu hinzugekommene Kartografin und Ed kommen sich näher. Bei einem Shuttle-Ausflug werden sie von Krill aufgegriffen. Die Kartografin entpuppt sich als Krill. Schon bald werden die Krill von ihren Feinden gejagt und Ed und die Krill müssen auf einen nahegelegenen Planeten fliehen. Da die Krill extrem sonnenlichtempfindlich sind, überredet Ed sie, den Sender zu installieren. Die Orville holt die beiden in letzter Sekunde ab. Ed vereinbart mit den Krill, die Krillfrau abzuholen.

Fazit: Eine echte Folge in bester Star-Trek-Manier. Und das am Ende noch eine Art Waffenstillstand herauskommt, war zwar vorhersehbar, aber entspricht der Star Trek Moral. Eine spannende und starke Folge. Vor allem, da auch auf die Erste Staffel wieder Bezug genommen wird.

S2E05 - Erstkontakt

Die Orville wird von einem Planeten gerufen, der gerade das Niveau erreicht hat, Botschaften ins All zu versenden. Die Besatzung wird freundlich empfangen. Erst beim abendlichen Bankett kommt es zu einem Eklat. Es stellt sich heraus, das der kommende Geburtstag von Kelly und Bortus bei den Astrologiegläubigen Menschen dieses Planeten in einen Monat fällt, der Gilliac genannt wird. Jeder der in diesem Monat geboren wird, ist automatisch ein Verbrecher. So kommen Bortus und Kelly in ein Strafgefangenenlager. 

Fazit: Durchaus eine solide Episode. Der Humor hält sich in die neuen Grenzen und das Hirn bekommt auch etwas zu denken. Allerdings ist das Ende (Der Monat Gilliac ist dadurch entstanden, dass ein Stern im entsprechenden Sternbild zur Nova wurde, mit Hilfe eines Sonnensegels wird der fehlende Stern "simuliert") nicht unbedingt ein gutes Ende, und es wurde viel Potential verschenkt. Aber es will ja nicht heißen, das in zukünftigen Folgen der dritten oder vierten Staffel der Planet nicht noch einmal auftaucht. Eine dritte Staffel ist ja schon angekündigt.

S2E06 - Ein Fröhlicher Refrain

Die Schiffsärztin Claire Finn und Isaac kommen sich näher. Zuerst allerdings betrachtet Isaac es nur als Möglichkeit, menschliches Verhalten zu studieren, und serviert Claire nach einem Date ab. Dann merkt er, das seine Programmierung sich verändert hat und das Claire die Ursache ist.

Fazit: Als Vorepisode zu "Identität" 1 und 2, mal wieder eine sehr gefühlsvolle Episode. Klar, wenn man, wie ich, Trekkie ist, dann hat man dies in der einen oder anderen Form schon mal gesehen. Doch am Ende macht Seth McFarlane sein eigenes Ding.

S2E07 - Deflektoren

Die Deflektoren der Orville werden von den Moclanern überarbeitet. Dabei kommt der Ex-Freund von Bortus an Bord des Schiffes. Dieser hat ein Geheimnis, denn er ist heterosexuell. In einem kurzen Stelldichein mit Lt. Talla, die sich in ihn verliebt, wird er - wie alle glauben - erschossen.  Doch man findet ihn, und am Ende stellt er sich den moclanischen Behörden, denn für Moclaner ist Heterosexualität etwas unnatürliches.

Fazit:  Homophobie mal rückwärts. Die Moclaner sind anscheinend Seth McFarlanes liebste Spezies, und dürfen immer wieder auftauchen. 

S2E08 und S2E09 - Identität 1 +2

Die erste Doppelfolge bei The Orville. Und während die bisherigen Folgen so ein wenig dahingeplätschert sind, geht es hier Action- und Spannungsmäßig zur Sache. Nachdem Claire Isaac und den Kindern ihre Liebe gestanden hat, kollabiert Isaac. Da an Bord niemand ist, der Isaac helfen kann, beschließt man nach Kaylar aufzubrechen. Dort werden sie zwar nicht wirklich mit offenen Armen empfangen, man erlaubt ihnen aber zu landen. Ed versucht den Kaylanern die Mitgliedschaft in der Union schmackhaft zu machen. Bortus bemerkt das die Kaylaner an irgendetwas bauen. Ty, der Isaac vermisst, schleicht sich von Bord und macht eine schreckliche Entdeckung. Unterhalb der Keylon-Stadt ist ein riesiger unterirdischer Friedhof. Darauf angesprochen reagieren die Kaylanern feindselig: Sie entern die Orville und starten zum Generalangriff auf die Erde. 

Im zweiten Teil überlegt die Crew, wie sie die Erde warnen und Hilfe holen kann. Am Ende gelingt es Yaphit und Ty einen Funkspruch abzusetzen, bevor sie gefangen genommen werden. Yaphit dringt in einen Kaylon ein und legt ihn lahm, doch Ty wird gefangen. Kelly und Gordon fliehen mit einem Shuttle, um den Krill Bescheid zu geben und um Hilfe zu bitten. Der Anführer befielt schliesslich Isaac, den Jungen Ty zu töten. Das sieht Isaac anders und in einem Moment reißt er dem Anführer, seinem Boss, den Kopf ab und erschießt die Kaylon auf der Brücke. Am Ende legt er alle Kaylon, sich eingeschlossen, lahm. 

Am Mond wird die Kaylon-Flotte bereits erwartet und es entbrennt eine Raumschlacht. Als es fast schon zu Ende geht mit der Union erscheint Gordon mit den Krill und das Blatt wendet sich. 

Schließlich schafft es Yaphit, Isaac wieder zu beleben, der von nun an als Heimatloser weiterhin auf der Orville Dienst tut.

Fazit: Action, Spannung pur. Und visuelle Schmankerl vom Feinsten. Kaylar sieht toll aus, die Kaylar-Schiffe und dann hat auch The Orville seinen Wolf-359-Moment. Auch die Handlung bietet so einiges an hervorragenden Szenen. Und natürlich kommen auch wieder einige Rothemden ums Leben in Bester Star Trek Manier. 

S2E10 - Das Blut der Patrioten

Nach dem Kaylon-Konflikt sind die Krill zu Friedensverhandlungen bereit. Doch an dem Treffpunkt gabeln die Orville-Crew ein Shuttle auf das zwei Menschen enthält: Den (ex)besten Freund von Gordon, Orrin Channing und seine Tochter. Die Krill werfen ihnen vor, an der Zerstörung von mehreren Schiffen beteiligt zu sein. Natürlich plant Orrin etwas und es ist diesmal an Gordon, herauszufinden, was. Orrin ist so voller Hass auf die Krill, das er selbst Gordon dafür opfern würde. Mit einer Bombe, gemacht aus dem Blut seiner "Tochter", die ein Gestaltwandler ist und deren Blut in einer Sauerstoffatmosphäre explodiert, fliegen er und Gordon zum Treffpunkt.

Fazit: "Das Unentdeckte Land" lässt grüßen. Alles leider ein bisschen zu offensichtlich gespielt, und das Drehbuch schlägt auch schon mal den ein oder anderen Haken. Alles in allem eine solide Serienkost. 

S2E11 - Die Zeitkapsel

Auf der Erde wird eine Zeitkapsel aus unserer Zeit gefunden, mit einem Smartphone. Gordon und LaMarr gelingt es, das Phone wieder zu aktivieren und erfahren so etwas über ihre Besitzerin, die junge Laura. Gordon ist so fasziniert von ihr, das er ein Holo-Programm mit ihren Daten erstellt. Er verliebt sich in die Person aus dem Smartphone und man kommt sich näher. Doch – gemäß den Daten aus dem iPhone – kehrt Laura schließlich zu ihrem Exfreund zurück. Nachdem Gordon diesen Exfreund aus dem Programm löscht ist auch Laura nicht das Mädchen, in dass sich Gordon verliebt hat, und er macht die Löschung rückgängig. Schließlich verabschiedet er sich mit einem Duett mit Laura. Bortus und Klyden haben inzwischen die Zigaretten für sich entdeckt, mit allen negativen Folgen. Zumal Moclaner noch empfindlicher auf das Nikotin reagieren. 

Fazit: Klar, die Geschichte ist nicht neu. Sowohl bei TNG und später bei Voyager ist das Thema der "Holo-Liebe" ein immer wieder wiederkehrendes Element. Ob nun Riker oder Captain Janeway. Und auch hier endet sie natürlich als unerfüllte Liebe. Während die Geschichte um Bortus und Klyden witzig und politisch unkorrekt ist, wie man The Orville kennen und lieben gelernt hat, ist die Geschichte um Gordons Holo-Beziehung ein gut ausbalanciertes Drama. Auch schön: Ein Wiedersehen mit Tim Russ, dem Tuvok aus Voyager. 

S2E12 - Im Inneren des Nebels

Erst mal: Eine weitere Moclan-Folge. Sie begleitet diese Staffel so wie die Borg die Voyager. Die Orville bekommt verbesserte Waffensysteme. Die beiden Moclan-Ingenieure haben allerdings ein kleines Geheimnis: Sie schmuggeln ihre Tochter von Moclus nach einer Kolonie von weiblichen Moclanern, die nicht umoperiert waren. Klyden spielt hierbei wie immer den konservativen Moclaner, Bortus den aufgeschlossenen. Schließlich kommt es zum Eklat, da die Kolonie um Asyl und Aufnahme in die Union bittet. Ed reist zur Erde um den Rat anzuhören. Am Ende einigt man sich auf einen Kompromiss, da man die Moclaner nicht verlieren will. Die Kolonie bleibt unbehelligt, aber es kommen keine neuen Mädchen dazu. 

Fazit: Eine inhaltlich starke Folge, die auch immer wieder zeigt, das unsere so tolle Moral weithin dehnbar ist, wenn wir etwas erreichen wollen oder müssen. Marina Sirtis (Deanna Troi aus TNG) und F. Murray Abraham (Ru'A'Fo aus "Insurrection") spielen in Gastrollen mit.

S2E13 - Morgen, Morgen und Morgen

LaMarr und Isaac experimentieren mit Zeitfeldern, und nach einem Gravitatonsloch im All erscheint die 7 Jahre jüngere Kelly auf der Orville. Während die jüngere Kelly ihre neue Chance genießt und am Ende auch was mit Ed anfängt, der sich eine zweite Chance erhofft, ist Kelly (die Ältere) davon nicht erbaut. Schließlich hat man doch eine Möglichkeit die junge Kelly zurückzuschicken. Claire löscht ihr Gedächtnis, damit die Zeitlinie nicht gestört wird, doch am Schluss sehen wir, das es nicht gewirkt hat. 

Fazit: Die ewige Liebesgeschichte zwischen Ed und seiner Ex geht weiter. Zeitreisen scheinen im Orville-Universum so zu funktionieren wie bei Star Trek, nicht wie bei Marvel. Und das ist auch gut so. Als erste Folge eines (inoffiziellen) Zweiteilers funktioniert das gut. Fast wünscht man sich, das Ed auch mal Glück hat, doch es ist halt immer so: Menschen entwickeln sich. 

S2E14 - Der Andere Weg

Zuerst: Es ist zum Glück nur das Staffelfinale. Die dritte Staffel wurde bereits bestellt. Nachdem Kelly nicht mit Ed ausgegangen ist, hat sich die Zukunft ganz anders entwickelt. Die Kaylon haben die Menschen und viele andere Völker ausgelöscht. Die Orville Crew hat sich niemals getroffen. Doch Kelly findet Ed und einen großen Teil der Crew. Gemeinsam fliehen sie vor den Kaylon und suchen einen Weg in die Vergangenheit, um die alte Zeitlinie wiederherzustellen. In einem visuell tollen Rité de Passage gelingt es und als letzte Szene sehen wir, wie Kelly das Angebot zu einem Date annimmt.

Fazit: Viele Anleihen wurden von Star Wars (der alten Trilogie) übernommen. Und Alara Kitan hat doch noch einen Kurzauftritt. Wie es sich für ein Staffelfinale gehört, haben alle einen netten Auftritt, selbst Ty. Die Kaylon sind wieder einmal visuell stark, und machen sich als Bösewichte relativ gut. Nicht nur können sie ihren Kopf in einen Blaster verwandeln (wie schon in "Identität", der Kopf kann jetzt auch schon als Flugobjekt eingesetzt werden. Auch das schwarze Loch, in dem sich die "Rebellen" verstecken ist visuell hervorragend, ebenso der zerstörte Mond und die Erde. Warum diese nicht von den Kaylon als Planet genutzt wurde, denn die Kyberwesen brauchen doch Raum, ist eher weiß man nicht. Alles in allem eine tolle Folge und ein toller Abschluss einer tollen Staffel. So darf es weitergehen. Die Crew hat sich gefunden und ist mehr denn je eine Familie geworden. Das einzige, was ich wohl bemängeln kann ist, das viele Folgen eher seicht daher kommen.