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Ergänzung: Zum Klimawandel

Ich habe in meinem Rant „Alles vegan oder was?“ eine Behauptung aufgestellt. Diese Behauptung möchte ich hier noch mit Fakten ergänzen und Lösungen aufzeigen. Schließlich bin ich noch so erzogen, dass man nicht einfach nur Behauptungen aufstellt und fordert, sondern das auch untermauert.


Ich bin ja eher technisch unterwegs, ein Nerd halt. Und alle Lösungen und Forderungen der Friday for Future-Bewegung gehen eher in die Richtung: Mehr Verzicht. Nur würde mehr Verzicht nichts bringen. Deutschland und Europa wären keine Vorreiter, wenn sie diesen Forderungen samt und sonders nachgeben. Im Gegenteil. Ein De-Industrialisiertes Land, europaweite Blackouts, Nahrungsmittelkrisen, Bürgerkrieg. Das ist sicherlich für kein Land erstrebenswert. 

 

Aber genauso wird es kommen, wenn wir all die Forderungen, die willkürlich von den FfF Kids erhoben werden, erfüllen.

 

Beispielsweise: „Das Auto mal stehen lassen“. Geht zum Beispiel bei mir nicht ganz so gut. Ich fahre jeden Tag ins Büro nach Düsseldorf. Dazu fahre ich mit dem Auto von meiner Wohnung in Bergheim zum Bahnhof in Kerpen-Horrem. Dort steige ich in die RE und fahre nach Düsseldorf. Zurück genau das gleiche. Die Busverbindung zwischen Kerpen und Bergheim, zu meinem Dorf, ist gelinde gesagt bescheiden. Auch erwarten viele unserer Kunden, das wir persönlich bei Ihnen vorsprechen. Und sitzen dabei in Gegenden, wo man mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer hinkommt. Und das ist die Realität für eine ganze Menge Leute. Von den Zumutungen der Deutschen Bahn mal ganz zu schweigen. Und, um mal das Standardargument zu nehmen, man solle doch lieber das Fahrrad nehmen: Zwischen mir und meiner Arbeitsstelle sind derzeit 60 - 70 km. Das werde ich nicht mit dem Fahrrad  fahren. Und obwohl mein Arbeitgeber Homeoffice gestattet, ist es kein Anrecht, was heißt, er könnte morgen schon wieder sagen, das wir alle im Office zu erscheinen haben.

 

Beispielsweise: „Bloß nicht fliegen“. Habe ich schon erwähnt. Und inzwischen dämmert es auch unseren Grünen, das ihr Höhenflug mit allzu ausufernden Verboten schneller vorbei ist, als Greta Thunberg Klimastreik sagen kann.

 

Natürlich ist der Klimawandel real, und dass man etwas dagegen tun muss, ist auch richtig. Doch die Lösung ist: Technik.

 

Ich zitiere mal aus einem Artikel bei den Salonkolumnisten:

 

„Ab heute sollten also Maßnahmen, Technologien und Verfahren gefördert werden, die helfen, den Effekt abzumildern:

Am wichtigsten wäre die massive Förderung von CO₂-Entnahme-Technologien (Stichwort Carbon Capture & Storage). Denn, so auch der IPCC, ohne negative Emissionen im Gigatonnenbereich ist die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens unmöglich. Diese Technologien zu entwickeln, wäre (s.o.) eine echte Aufgabe für den Standort Deutschland.

 

Wir können nicht verhindern, dass China und Indien im kommenden Jahrzehnt tausende neue Kohlekraftwerke bauen werden, aber wir könnten sie mit unserem Know-how effizienter und weniger umweltschädlich machen. Wir könnten Methoden entwickeln und weltweit anbieten, das CO₂ aus den Abgasen zu binden. Dasselbe gilt für den Einsatz von Gaskraftwerken.

 

Wir müssen wohl auch erneut über die Frage der Nutzung der Atomenergie nachdenken, da auch in absehbarer Zeit keine Energieform zur Verfügung steht, die weltweit benötige Energie im Grundlastbereich über das ganze Jahr hinweg zu gewährleisten. Wir könnten (in diesem Punkt muss man leider vermutlich schon sagen: hätten können, denn das entsprechende Know-how sowie die Infrastruktur ist durch politische Vorgaben weitgehend zerstört worden) Kernkraftwerke mit Designs entwickeln, die inhärent sicher sind, wenig lange strahlende Reststoffe erzeugen und dazu womöglich noch vorhandenen „Atommüll“ verwerten können.

 

Wir könnten Verbrennungsmotoren entwickeln, die noch effizienter sind, und Wasserstoffantriebe, die die vorhandene Infrastruktur nutzen können. Doch statt solche Technologie zu exportieren, verschiffen wir derzeit Woche für Woche Tausende unserer aus Umweltschutzgründen abgewrackten Oldtimer nach Afrika, wo sie vermutlich noch für Jahrzehnte Stickoxide und Feinstaub in die Atmosphäre pusten werden.

 

Statt weiter Geld für die komplett unwirksame Energiewende zu verpulvern, könnten wir Bangladesch und anderen bedrohten Ländern beim Bau von Dämmen und Flutanlagen helfen.

 

Wir könnten synthetische Biologie nutzen, um Pflanzen besser an den Klimawandel anzupassen, Erträge zu steigern, ohne mehr Flächen und mehr Insektizide einsetzen zu müssen (im letzten IPCC-Bericht wird genau diese „nachhaltige Intensivierung“, also Produktionssteigerung empfohlen), um Abfall zu mindern und zu verwerten, Rohstoffe zu erzeugen usw. Stattdessen bemühen wir uns unter erheblichem Einsatz von Steuermitteln, Afrikaner und Asiaten, die dank Internet-Anschluss längst die Welt kennen, von der Biotechnologie abzubringen, die uns seit Jahrzehnten ein Leben in Wohlstand und Gesundheit ermöglicht, und ihnen stattdessen die angeblichen Vorzüge der Subsistenzlandwirtschaft nahezubringen, aus der sie lieber heute als morgen entfliehen möchten.

 

Statt Wirtschaftswachstum in Afrika und Asien zu verteufeln, sollten wir es fördern. Wohlstand ist der wichtigste Faktor, um Reformen zu initiieren, die zu mehr Freiheit und Sicherheit führen, um das Bevölkerungswachstum einzudämmen und effizienten Umweltschutz betreiben zu können.“

 

Und ein weiterer Artikel zu dem Thema sagt:

 

„Die erste Häresie ist, dass Stewart Brand heute erklärt: Städte sind grün. Seine Logik ist nicht schwer zu verstehen. Die Landflucht gehört zu den größten Trends des 20. und 21. Jahrhunderts: Immer mehr Leute – vor allem in den Entwicklungsländern – verlassen ihre Dörfer und ziehen in die Städte. In Metropolen wie Tokyo, Mumbai, Lagos, Karatschi wohnen mittlerweile jeweils mehr als 20 Millionen Menschen. In der Mitte des 21. Jahrhunderts werden vermutlich achtzig Prozent der Menschheit in Städten wohnen. Und aus ökologischer Sicht könnte gar nichts Besseres passieren. Denn je mehr Menschen sich in urbanen Gebieten zusammenballen, desto mehr Flächen unseres geschundenen Planeten können wieder Wildnis werden.

 

Stewart Brands zweite Häresie: Atomkraft ist grün. Hier werden viele Leute – vor allem in Deutschland – erschreckt zusammenzucken, aber es lohnt sich, Brand ein bisschen länger zuzuhören. Die Riesenmetropolen, in denen die Menschen leben und känftig leben werden, brauchen Strom. Zurzeit wird dieser Strom vor allem erzeugt, indem Kohle verfeuert wird. Das ist ökologisch verheerend. Das Kohlendioxid, das dabei ausgestoßen wird, heizt den Planeten unbarmherzig immer weiter auf; außerdem sterben jedes Jahr weltweit Millionen Menschen am Kohlestaub. Nun würden viele Menschen gern die mörderische Kohlekraft durch sanfte Wind- und Solarenergie ersetzen. Leider ist das eine Illusion. Windräder und Solarzellen sind großartig – aber sie erzeugen nicht genug Elektrizität für eine Stadt wie Mumbai oder Schanghai.

 

Die einzig realistische Alternative ist Atomenergie. Atomkraftwerke stoßen kein Kohlendioxid aus; sie verschmutzen nicht die Luft. Und der Atommüll? Erstens gibt es nur sehr wenig davon – der gesamte Atommüll, den ein Mensch in seinem Leben produziert, hätte in einer Cola-Dose Platz. Zweitens ist es mittlerweile möglich, Atomkraftwerke zu bauen, die just diesen Atommüll als Brennstoff verwenden. Und die Möglichkeit einer Havarie? Eine Studie in dem britischen Magazin „Lancet“ hat ausgerechnet, wie viele Menschenleben geopfert werden müssen, um eine Terawattstunde Strom zu produzieren. Das Ergebnis: Am meisten Menschenleben verbraucht die Stromerzeugung durch Kohle. Staudämme sind ebenfalls hochgefährlich, weil sie brechen können. Erdgas führt immer wieder zu Explosionen. Atomkraft dagegen verbraucht beinahe keine Menschenleben. Dabei sind die Katastrophe von Tschernobyl und der Zwischenfall in Fukushima selbstverständlich in die Bilanz eingepreist. An dem Atomunfall in Fukushima starb – wie vielleicht nicht jeder weiß – kein einziger Mensch.

 

Wer jetzt immer noch zuhört, möge sich auf Stewart Brands dritte Häresie gefasst machen: Gentechnik ist grün. Als Biologe betrachtet Brand den Widerstand gegen genetisch modifiziertes Saatgut wie den berühmten goldenen Reis als unwissenschaftlich und gefährlich. Nicht der geringste gesundheitsschädliche Effekt von genmanipulierten Lebensmitteln konnte je nachgewiesen werden. Und die Studien laufen mittlerweile seit Jahrzehnten. Es handelt sich hier um einen Aberglauben. Interessanterweise hängen diesem Aberglauben viel mehr Menschen in den industrialisierten als in den Entwicklungsländern an. Stewart Brand ist froh darüber, dass die Bauern in Afrika sich von europäischen Organisationen wie „Greenpeace“ nicht mehr daran hindern lassen, genmanipuliertes Saatgut auszubringen. Aus ökologischer Sicht ist genmanipuliertes Getreide deswegen so gut, weil es die sogenannte Direktsaat ermöglicht. Das heißt: Die Saat erfolgt ohne Pflügen oder Eggen direkt nach der Ernte oder in das unbearbeitete Brachland. Die Biomasse der Vorkultur verbleibt als Mulch auf der Oberfläche des Ackers. Dadurch dringt weniger Kohlendioxid aus dem Ackerland in die Atmosphäre. Es ist möglich, weniger Pestizide einzusetzen. Und man kann die landwirtschaftlichen Flächen klein halten.

 

Stewart Brands vierte Häresie: Wir werden in den kommenden Jahren viele verzweifelte Nachrichten wegen des menschgemachten Klimawandels hören. Tote wegen Hitzewellen in Europa; Wirbelstürme vor Bangladesch; Kriege um das verbleibende Trinkwasser. Und deshalb werden wir irgendwann über künstliche Möglichkeiten nachdenken, unseren Planeten abzukühlen. Das notwendige Know-how ist längst vorhanden, es würde nur Geld kosten. Wir könnten etwa einen Vulkanausbruch simulieren, indem wir per Flugzeug Schwefeldioxid versprühen; oder wird könnten über den Ozeanen viel Wasserdampf in die Luft pumpen, damit mehr Sonnenlicht in den Weltraum zurückgestrahlt wird.“

 

DASS sind die Maßnahmen an denen wir arbeiten müssen. Nicht weniger von allem, sondern mehr Technik, mehr Ingenieurskunst.

 

Darin sind wir in Deutschland stark.