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Labertaschen und andere lästige Mitmenschen

Vor einiger Zeit machte ein Roman die Runde, in einer düsteren Zukunft durften Frauen am Tag nur 2000 Worte sagen. Oder waren es weniger, ich erinnere mich nicht mehr. 


Woran ich mich erinnere war der feministische Aufschrei. Das sei ja schon heute so, das man Frauen das Wort verbiete. Nun, es gibt Situationen da würde ich es mir wünschen. Morgens zum Beispiel in der Bahn. Hier fällt mir fast jeden Tag eine Dame auf, die wie ich in Düsseldorf arbeitet und in Horrem einsteigt. 

 

Wenn ich Glück habe sitzt sie im anderen Wagen. Meist sitzt sie mit ihrer Arbeitskollegin an einem Viererplatz und redet und redet. Von Horrem bis Düsseldorf. In einer Tour. Um sieben Uhr morgens. Eine Zeit, in der ich zumeist froh bin, wenn man mich nicht zulabert. Wenn ich nicht reden muss. Eigentlich ist es ja so, wenn ein Mann am Tag mehr als 100 Worte spricht, dann ist er meist Vertriebler oder schwul. Oder redet über Fußball. Das war ja schon in der Steinzeit so. Wer viel redet stört die Jagd. Also haben Männer eine eher schweigende Art der Kommunikation entwickelt. 

 

Frauen brauchen das nicht. Schließlich laufen Pflanzen in der Regel nicht davon. Daher kommunizieren Frauen viel. Sehr viel. Da wäre eine Beschränkung auf 2000 Worte nicht verkehrt. In der Bahn. Um sieben Uhr morgens. 

 

Die Nervtöter sind nicht allein die Laberer. Auch diejenigen, die im vollbesetzten Zug immer zwei Plätze benötigen. Einen für sich, einen für alle mitgebrachten Taschen, Jacken, Laptops etc. Das sind die, die zwar an der nächsten Haltestelle schon raus müssen, aber es sich erst mal gemütlich machen. Jacke ausziehen, den Laptop hochfahren, den Coffee-To-Go schlürfen. 

 

Und dann gibt es da noch die Leute, die genauso wie die Labertaschen, einfach durch Akustik ihrem Umfeld auf die Nerven gehen. Die Rap-Connoseure. Ich muss ganz einfach mal sagen: Rap ist keine Musik. Rap ist akustische Umweltverschmutzung. Und wie Veganer können Leuten die Rap hören ihre Umwelt nicht zufrieden lassen. Nein, sie müssen diese „Musik“ laut über den Lautsprecher ihres Smartphones hören. Das ist dann auf so vielen Ebenen falsch und scheußlich, das ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. 

 

Ich packe dann meist irgendwas von James Last, Klaus Wunderlich oder gar mir 😊 aus, und steuere gegen.