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Die 80er waren schon freier

Und die 70er auch. Ganz ehrlich.


Hier geht es mir nicht um die Plattencover, hier geht es um mehr. Manchmal, da wünsche ich mir einen Bud Spencer. Klar ist Gewalt nicht die Lösung. Bei manchen täten ein paar ordentliche Schellen aber gut. Den Schädel mal wieder gerade rücken. Wenn beispielsweise ein Bernd (Björn) Höcke wieder einmal den Mund aufmacht. Da wünsche ich mir einen Buddy, der den Lukas haut. 

Aber auch andere. Erdogan beispielsweise, Trump nicht zu vergessen. Boris Palmer, falls den jemand auf dem Zettel hat. Da gibt es halt so viele konservative und sich links wähnende Kakerlaken. 

 

Gut, vieles von dem, was in den 80ern noch Zukunftsmusik war, gibt es heute als normales Gadget zu kaufen. Und einiges was in den 80ern naiv angedacht war, dient heute einem ausufernden Überwachungsstaat. Und das nicht nur als Science Fiction. Sondern Realität. Damals gab es ein Tabletop Rollenspiel namens „Shadowrun“. Statt gewählter Regierungen bestimmen Konzerne was läuft. 

Und das tun sie bereits. Unter fleißiger Mithilfe der Benutzer. Benutzer, die gerne mal Gift und Galles spritzen, wenn ihnen etwas querkommt. Oder irgendein „Promi“ wieder was falsches auf Instagram losläßt. Konzerne, die jederzeit und von jedem wissen, was geliket und gekauft wird und wann wir aufgestanden sind und mit wem wir letzte Nacht zusammen Alkohol getrunken und danach Sex gehabt haben. Oder welche Dummheit wir so begangen haben. Auch hier fehlt ein Bud Spencer, der einem Mark Zuckerberg die Ohren langzieht. 

 

Hach, es war so viel unkomplizierter in den 80ern. Und in den Siebzigern. Es gab nicht so etwas wie diese ausufernde Political Correctness der 10er. Gut, ich verzichte gerne auch auf beleidigendes, und es gibt halt auch Stücke, die ich eben nicht öffentlich spiele. Ein Beispiel: „Du schwarzer Zigeuner“. Mir wächst auch nichts aus dem Hintern, wenn ich eben nicht „Neger“ sage. Oder „Negerkuss“ für einen Super Dickmanns. Genau so ist es mir egal, ob die Ansammlung an Freß-, Sauf- und sonstigen Buden zum Jahresende Weihnachts- oder Wintermarkt heißt. MDW, Mir doch Wurst. 

 

Mich nervt es inzwischen nur noch, wenn irgendwelche AfD-Köttel was von der Islamisierung in die Welt posaunen. Tut mir leid, die Zeiten sind vorbei. Genauso die Zeit von Kardinal Müller und seinem Fangirl Gloria von Thurn und Taxis. Auch die Zeiten von Pierre dem Vogel und anderen Glaubensspinnern. Gott gibt es nicht. Genauso wenig wie den Weihnachtsmann. 

 

Mich nervt es aber auch, das Gegreine von diesen ganzen woken, und awaren Spinnern zu hören, die beim geringsten Gegenwind in Tränen ausbrechend, in der Ecke sitzend und sich die Ohren zuhaltend oder mit den Füßchen aufstampfend wie die fünfjährige Karla wenn sie ihren Willen nicht bekommen hat. 

 

Lieber Buddy, du wirst gebraucht. Ich hasse es zu sagen, wahrscheinlich werde ich nur älter, aber früher in den 80ern war vieles besser. Freier. Einfacher. Unkomplizierter.

 

Vor allem die Beziehung zwischen Männlein und Weiblein. Man sah sich, verliebte sich, oder nicht. Fertig. Wenn einem der Anmachspruch nicht gefiel, sagte man es, und dann war Schluss. Das wurde dann noch nicht drei Tage später in den sozialen Medien breitgetreten und führte dann dazu das der „blöde Macker“ am Ende sogar seinen Job und seinen Freundeskreis verlor. 

 

Was auch daran lag, das es keine Sozialen Medien gab. Meine Güte, sind die alle primitiv geworden. Vielleicht wäre es wirklich besser, Facebook, Twitter und Co. zumindest zeitweise abzuschalten. Gäbe dann zwar keine Videos von mir mehr, manchmal wäre man mit dem Internet von 1995 doch besser dran. Wo wir Nerds unter uns waren. 

 

Und mal ganz unter uns: Was ist so sozial an Facebook, Twitter und Co.? Ja, man kann schnell Gleichgesinnte finden. Natürlich im Guten (Beispielsweise die SEMPRA-Gruppe), und auch im Schlechten (Irgendwelche Schwurbel-Impfgegner-Esoterik-MMS und sonstige Gruppen). 

 

Gut, das meiste davon gab es schon im Usenet. Für die nicht Nerds da draußen: Das Usenet war so etwas wie die Facebook Gruppe, nur als reine Text version. Und man musste nicht 24 Stunden Online sein dafür. Man lud sich die angesammelten Nachrichten gesammelt herunter, beantwortete sie offline und lud seine Antworten dann gesammelt zum Usenetserver seiner Wahl hoch. In der Regel kannte man den anderen nicht. Man war in der Regel nur über gemeinsame Interessen der Gruppe verbunden und die Netiquette wurde überwacht von einem oder mehreren Moderatoren. Und klar es gab auch schon damals Verschwörungsgruppen. Esoterik, Rechtsradikale, Impfgegner, etc. Aber die konnten halt nur ihre Aluhütler erreichen und haben nicht die ganze Welt damit vollgespammt. Auch Islamisten und andere konservative Kakerlaken mussten halt ihre analoge Welt bemühen. Und wenn sich MMS-Jünger Gleichgesinnte zum vergiften suchten, waren sie unter sich und mussten sich das Zeug selber aus den US of A bestellen, per Brief mit Rückporto. Nicht mit drei Mausklicks auf Amazon. 

 

Gut, am Ende bringt das Internet schon mehr Nutzen, gerade für den aufgeklärten und intelligenten, doch der Schaden ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Natürlich gab es auch schon 1995 Trolle, aber die hielten sich in Grenzen. Heute kann man eben nicht mehr damit drohen, dem Troll einen Linuxkernel zu schicken. Bei 100 und mehr Bits per Second macht ein 30 MB großer Dateipfropf keine Probleme mehr. 

 

Es sind aber eben auch Dinge, die man nicht mit Gesetzen lösen kann. Und auch nicht mit Technik. 

 

Zumindest nicht, wenn dabei die Freiheit erhalten bleiben soll.