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Weihnachtszeit

Ich bin ja eher Atheist. Und als solcher glaube ich eher an die Existenz von Außerirdischen als an unsichtbare, angeblich allmächtige  und allwissende Wesen.

Aber ich mag die Weihnachtszeit. Auch Weihnachtslieder. Habe ich ja auf meinem Youtube-Kanal. 

 

Ich liebe es, wenn ich meine Wohnung weihnachtlich-kitschig dekoriere.

 

Für mich ist Weihnachten halt das, was für die Chinesen Chinesisch Neujahr ist. Eine Gelegenheit, mit der Familie zusammenzukommen, gutes Essen zu genießen und einfach mal zur Ruhe zu kommen. Auch wenn die Chinesen gerade im Neujahr auch nicht zur Ruhe kommen. 

 

Ganz klassisch ist das Weihnachtsfest auch eine Adaption der alten Wintersonnenwendfeiern, der Erkenntnis, das es von nun an wieder aufwärts geht. Sowohl mit der Länge der Tage als auch mit der Stimmung. Und als solches ist es doch feierwürdig, oder?

 

Nun kommen sie aber wieder, die selbsternannten Verteidiger des Abendlandes, die ihren Unmut über jegliche Veränderung der Bräuche in die Sozialen Medien kotzen. Wie jedes Jahr. Alle Jahre wieder, oder so. 

 

Das beginnt mit Halloween. Da schreibt einer — wörtlich zitiert — „Wir haben Sankt Martin!! Meine Tür bleibt zu!!!!“ Nur echt mit den vielen Ausrufezeichen. Gut meine Tür bleibt bei Sankt Martin zu. Und auch am 6. Januar. Ganz einfach weil hier nie jemand vorbeikommt. Mit Ausnahme irgendwelcher Stromvertragsdrücker und anderen zwielichtigen Gestalten. 

 

Nun jammern die konservativen Kakerlaken ja wieder. Weil das Nürnberger Christkindl weder blond noch blauäugig ist. Sondern von indischstämmigen Eltern abstammt. Dabei kommt die junge Dame (gut, das Geschlecht stimmt ja nicht so ganz, aber wir wissen nicht welches Geschlecht von den über 700 der Wanderprediger Jesus hatte) eher dem Original nahe. Denn Jesus sah wahrscheinlich eher so aus wie sich die blau-braunen ihre Hassfigur vorstellen: Braune Haut, schwarzes Haar und — wie die Faschisten vom PiPinet so gerne betonen — „Ölaugen“. Dazu war er noch Jude. 

 

Mal ganz ehrlich. Das Nürnberger Christkindl wird an einem Stahlseil über den berühmten Weihnachtsmarkt gezogen, trägt eine goldene Perücke. Man sieht nicht viel von dem Menschen der da unter dem Kostüm steckt. Technisch könnte man sogar eine Puppe verwenden. Und natürlich hat das Christkindl mit dem Jesus der aramäischen Erzählung nichts gemein. 

Dazu das Jammern darüber das die Weihnachtsmärkte teilweise wieder in Wintermärkte umbenannt werden. Ich zitiere mich mal selber: „Es dürfte einem Jesus Christus, wenn er denn wirklich so existiert haben, wie kapitalistische Veranstaltungen an seinem Geburtstag heissen.“ Vor allem ist es erwiesen, das die Geburt von Jesus eben nicht an Weihnachten, dem heidnischen Sonnenwendfest geschehen ist. 

 

In diesem Sinne, fröhliches Julfest.