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Ich habe gelesen: Patience on Fire

von Wesley Allison.

Um dieses Buch zu verstehen, sollte man die „His Robot: Patience“-Reihe kennen.  Ausserdem ist das Buch nur auf Englisch erhältlich und im Ebook-Format. 

 

Das Buch ist das sechste in der Reihe. Ich reiße mal kurz die Vorgeschichte an. 

 

Die Reihe spielt um 2035 herum. Menschenähnliche Roboter sind allgegenwärtig und übernehmen die einfachen Jobs, ob Verkäufer bei McDonalds oder anderen Restaurants, Concierge im Hotel Reinigungskraft etc. Es gibt zwei große Roboterfirmen, Gizmo und Daffodil. 

 

Die sonstige Technik mag sich erweitert oder auch umbenannt haben, beispielsweise wurde aus dem Internet, wie wir es heute kennen, das Infininet. Aber die großen Internetfirmen gibt es noch, beispielsweise Google. 

 

Die Reihe beginnt mit Mike Smith, seines Zeichens Lehrer, verwitwet und kurz vor der Rente. Seit dem Tod seiner Frau und seines dritten Kindes bei einem Autounfall läßt er sich gehen. Das ändert sich, als er sich, aus einer Laune heraus, einen Roboter, einen Daffodil bestellt. Die Roboterdame, die er „Patience“ nennt, krempelt wie programmiert, sein Leben komplett um. Er treibt Sport, lebt gesünder, sein Leben verbessert sich. Später beschließt er gar, seinen Roboter zu heiraten, wie es in einigen amerikanischen Bundesstaaten schon erlaubt ist. 

 

In den nächsten beiden Büchern lernen wir mehr über sein neues Eheleben und lernen Ryan und Wanda (auch ein Mann mit einer Daffodil) kennen. 

 

Etwas ausserhalb der Reihe und eher als Roadtrip kommt das dritte Buch, Charity, daher. Hier geht es um einen jungen Mann, Dakota, der als Threader, also als Roboterprogrammierer sein Geld verdient. Er erfährt, das seine Freundin ihn betrügt, und beschließt alles, was sie in der gemeinsamen Wohnung besitzt, der Wohlfahrt (englisch: Charity) zu geben. Dabei bemerkt er einen kaputten Daffodil, den er ganz einfach wieder reparieren kann. Diesen nennt er Charity. Auf der Flucht vor seiner Exfreundin und deren Anwälten, sorgt Charity dafür, das Dakota einen Job bei Daffodil bekommt und auch sonst alles wieder in Ordnung gerät. Dabei erfahren wir als Leser etwas, was schon länger im Unterton der Serie mitschwingt: Daffodil will die Weltherrschaft übernehmen und quasi als benevolente Diktatoren den Menschen zur Seite stehen. Auch Charity bekommt so ein Signal, das sie vollkommen frei von Befehlen der Menschen macht. 

 

Bei Patience ist dies schon seit ihrem ersten Einschalten so, so dass sie sich immer wieder den Befehlen Daffodils verweigert und ihren Weg geht. 

 

Im fünften Band kommt es daher zum großen Konflikt: Einige der Daffodils, die nun frei sind, sind der Meinung, das es für die Menschen am besten sei, zu sterben und führen Attentate durch. Währenddessen ist Lukas, der Sohn von Mike, in Japan stationiert und kämpft — ohne es zu wissen — gegen diese Daffodils. Auch hat Lukas eine japanische (menschliche — das muss man bei dieser Reihe wohl dabei sagen) Freundin, die er im Verlaufe des fünften Bandes sogar heiratet. Am Ende müssen auch die Menschen, also auch Lukas, in den Kampf ziehen, da man sich auf die Daffodil-Soldaten nicht mehr verlassen will. Charity, Dakota haben in diesem Buch auch einen kurzen Auftritt. 

 

Soweit also die Vorgeschichte. Die Geschichten strotzen vor Anspielungen auf Star Trek und anderen klassischen Science Fiction Geschichten. 

 

Nun aber zum aktuellen sechsten Roman der Reihe. Die Geschichte springt zwischen mehreren Protagonisten hin und her. 

Mike und Patience werden von Bureau for Firearms, Rifles and Robots zurück nach Springdale geordert, aus dem die beiden im fünften Band aus Angst vor Lynchmobs geflohen waren. Haruka, die Frau von Lukas macht sich auf den Weg von Japan nach Kalifornien und wird von Lukas’ Schwester, Herriet in Empfang genommen. 

 

Lukas wird in ein nicht näher benanntes Gebiet in Zentral Russland geschickt um dort zu prüfen was los ist. 

 

Als das Bureau for Firearms, Rifles and Robots mit einem Durchsuchungsbeschluss Zugriff auf die Daten und das Betriebssystem von Patience erlangen will, flieht sie.

 

Wenige Tage später steht eine Patience Kopie vor dem Haus. 

 

Währenddessen läuft Lukas durch Zentral-Russland mit seiner Einheit, bestehend aus Daffodils. Als in der Nähe eine Atomexplosion stattfindet suchen sie Schutz und finden eine Überlebende.

 

Herriet, die (fast) von ihrem Ehemann geschieden ist, lässt sich tätowieren, zusammen mit Hanuka, Sie beginnt eine Affäre mit dem Tätowierer, den sie aber später erwischt wie seine Daffodil-Haushälterin ihn beglückt.

 

Dann ist der Krieg vorbei und Lukas kommt nach Hause. Und was mit Patience (der echten) geschieht, das verrate ich an dieser Stelle

nicht.

 

Und damit bin ich schon beim Fazit: Ich mag das Setting, diese fünfzehn Jahre in die Zukunft. Und wenn man die Entwicklung bei KI und Robotik so sieht, ist dies durchaus realistisch. Zumal der Autor immer auch Entwicklungen aufgreift, egal ob Tesla oder Hyperloop.

 

Leider ergeht sich der Autor immer wieder sehr gerne in langen und breiten Beschreibungen was seine Protagonisten (insbesondere Patience) an Kleidung und Schuhen tragen oder was es zu essen gibt. 

 

Das wäre nicht so schlimm, wenn es denn irgendwie ein wenig Action gäbe. Beispielsweise: Tage-, bzw. Wochenlang laufen Lucas und seine Robotereinheit durch Russland und es kommt kaum Spannung auf. Dann ist dieser weltumspannende Konflikt ganz plötzlich zu Ende, ohne das man mehr erfährt. Mike und seine Familie gehen auch erstaunlich schnell zur Tagesordnung über, wie das ganze Amerika, wo doch im Buch 5 (vorsicht Spoiler) Washington samt Präsident einer Atombombe zum Opfer fiel. Wenn man sich da die Reaktion nach 9/11 ansieht, kann man es kaum glauben. 

 

Gut, Band 5, 6 und 7 sind als Trilogie angelegt und somit hat Band 6 die unwürdige Aufgabe in der Mitte zu stehen. Mal sehen, ich werde auf jeden Fall Band 7 kaufen.