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Salatwerbung am Gender-Empathy-Gap-Day

Der Express berichtet von einem Mann, der die Firma Bonduelle wegen ihrer sexistischen Salatwerbung („Unser Salat ist frischer als dein Freund“) beim Werberat angezeigt hat.


Natürlich reiht sich dieser Werbespot ein in die Kategorie, in der sich auch Gilette und Edeka finden. Der Freund wird in zahlreichen Klischees mit einem Salat verglichen: „Dann das Finale: „Und das Beste: Er ist knackig wie am ersten Tag.“ Naja, denn „er“ ist in diesem Fall ein Mann mit dickem Bauch, der im Unterhemd und Chips essend im Bett liegt.“

 

Natürlich kommt der Artikel wie immer launisch-Ironisch daher. Würde er dies auch, wenn das Finale so aussieht: „Er ist knackig wie am ersten Tag.“ und dann sieht man eine schwer adipöse Frau in den 50ern, mit fettigen Haaren und Zigarette auf dem Sofa, so wie bei den Flodders

 

Natürlich nicht. Dann wäre das nicht mehr „augenzwinkernd“. 

 

Und darin ist das Problem, das unsere Social Justice Warrior nicht sehen wollen. Das ist der „Gender-Empathy-Gap“, den es im Gegensatz zum Gender-Pay-Gap wirklich gibt. 

 

Der Tag des Gender-Empathy-Gap ist mit dem 11. Juli sorgfältig ausgewählt: Der 11.7. ist der Tag, an dem in Srebrenica im Balkan-Krieg tausende Jungen und Männer ermordet wurden.

 

Das konnte nur deswegen geschehen, weil die UN bereits zwei Jahre zuvor Frauen und Kinder aus der Stadt evakuiert hatten, den Männer und Jungen aber die Evakuierung verweigert wurde. Denn Frauen und Mädchen wurden aufgrund ihres Geschlechts als automatisch gefährdeter eingestuft, das mögliche Leiden der Jungen und Männer (und deren Gefährdung durch den vorrückenden Krieg) wurde hingegen (Gender Empathy Gap) als weniger relevant eingestuft.

 

Natürlich, gegen die Ermordung von tausenden Jungen und Männern ist eine solche Werbung nichts. Doch man sieht sehr gut, wie der Mechanismus der Entmenschlichung von Männern in unserem Matriarchat funktioniert. Über Männer darf man sich ungestraft und ohne Shitstorm lustig machen. Natürlich nur wenn es weiße heterosexuelle Männer sind. Ausschließlich. 

 

Bleibt also zu hoffen, das der Werberat auch hier sich überwinden kann das zu ahnden, auch wenn es keine Auswirkungen hat.