· 

2021 — Wie soll das wieder gekittet werden?

Machen wir uns nix vor. „Lebe deinen Traum“ ist empfindlich gescheitert. Wer vor Corona sein Geld damit verdiente, anderen ein wenig Freude zu machen, egal ob als Musiker oder Comedian, Gastronom oder Kulturschaffender, der wurde 2020 aus seinem persönlichen Lebenstraum herausgerissen. Aber auch Einzelhändler, selbst wenn eine Kette dahinter steht. 


Klar ist: 2021 werden die Einkaufsstraßen und Fußgängerzonen sehr leer sein. CDU Oberbürgermeister werden natürlich wieder dem Bürger die Schuld geben, weil dieser unbequemerweise seine Einkäufe jenseits der Lebensmittel online erledigt und merkt: es funktioniert. Vor allem als Mann. Denn es gibt kaum noch echte Männerläden abseits der Baumärkte und die sind ja auch zu. 

 

Schon jetzt gibt es kaum kleine, interessante Läden, nach der Krise wird die deutsche Innenstadt noch homogener und damit langweiliger sein. 

 

Das Problem ist, das unsere Regierenden Fehler auf Fehler gemacht haben, und sich dafür von der Presse immer noch feiern lassen. 

Doch wie soll das alles wieder gekittet werden, gesetzt dem Fall, trotz unserer Fehlbesetzung in den Ministerposten, die Leute sind alle geimpft und die Maßnahmen sind samt und sonders aufgehoben? 

 

Was erzählt man einem Gründer, der seinen Lebenstraum verwirklichen will? Dessen Ambitionen mal eben mit einem Federstrich und einem hämischen Grinsen von Frettchen Merz beendet werden? Während man der Autoindustrie noch ein paar Milliarden in den gierigen Schlund schmeißt. Was erzählt man dem? 

 

Eigentlich nur: machs online oder gar nicht. Da nutzt auch nicht, das Altmeier jetzt was für die Innenstädte tun will. Die sind tot. Das Vertrauen hat man verspielt. Schließlich ist klar, dies war nicht die letzte Pandemie. 

 

Ich kenne das aus Projekten: Immer öfter schließt man an das Projektende einen „Lessons Learned“-Workshop an, wo man dann darüber räsoniert, was man hätte besser machen können. Nur um dann im nächsten Projekt alles genau so zu machen wie zuvor. Es geht nur um das Gefühl. 

 

Genau so läuft das auch in der Politik — alles muss so gemacht werden wie zuvor. Ja, im Frühjahr hat der Lockdown geholfen. Jetzt mal egal ob er wirklich geholfen hat, oder ob es doch der beginnende Sommer mit steigenden Temperaturen war. Also — so glauben unsere Politikdarsteller — hilft es jetzt auch. Sieht man ja. Immer noch steigende Infektionszahlen und Todesfälle. 

 

Was natürlich CDU und Lauterbach nicht dazu bringt mal die Strategie zu überdenken. Wieder sind es Altenheime, in denen Ausbrüche und Todesfälle zu verzeichnen sind. Und wie man jetzt auch festgestellt hat, das Schulen und Kindergärten an der Verbreitung des Virus nicht ganz unbeteiligt sind was macht man da? Diskutiert um schnellstmögliche Öffnung von Schulen und Kitas. Und natürlich, man kann die Alten und Gebrechlichen ja nicht allein lassen. 

 

Aber Angst wirkt. Daher muss der Lockdown verlängert werden. Wie lange? Bis der letzte Einzelhändler endlich das Handtuch geworfen hat. Man kann schließlich von dem Weg nicht abweichen. Egal wie viel Porzellan auf dem Weg zerbrochen wird. Aufräumen werden andere. Das ist schon klar.