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Was heute noch wie ein Märchen klingt…

So begann einer der besten deutschen Science-Fiction-Serien, „Raumpatoullie Orion“. Der Reiz der Serie bestand einerseits aus aufwändig gebauten Sets aus dem Baumarkt (Bügeleisen), einer fesselnden Story und einer Riege aus Schauspielern, die einfach Spaß hatten. 


Aus Kostengründen wurden damals nur 7 Folgen gedreht. Potential war da für mehr. Es gab auch nur eine Gruppe von Außerirdischen, die Frogs, deren einzige Bestrebung war, die Menschheit und ihre Kolonien im Weltall zu vernichten. 

 

Daher war die Serie an vielen Punkten sehr martialisch angelegt. Die Orion-Besatzung, die wegen Insubordination zur Raumpatroullie verdonnert war machte immer wieder ihr eigenes Ding, auch wenn sie mit Tamara Jagellovsk eine Gouvernante an Bord bekommen hat. 

 

Leider ist der größte Teil dieser Crew bereits verstorben. Nun hat Bavaria Fiction bestätigt, das es eine Neuauflage der Serie geben soll. 

 

Früher hätte ich mich darüber sehr gefreut. Da hätte man auch die alten Recken auftauchen lassen können, um den Stab zu übergeben. Doch heute? 

 

Das was angedacht ist, hört sich leider eher nach „Raumpatroullie Diversity“ an: Raumpatrouille Orion“ spielt in einer Welt, die vom Klimawandel zerstört wurde. Neue Rekruten sollen die etwas eingerostete, aber legendäre Orion bemannen, darunter beispielsweise der Enkel von Major McLane und eine Pilotin aus einer Flüchtlingsfamilie. Sie geraten schnell ins Fadenkreuz bei einem Krieg um Ressourcen fremder Planeten.

 

Also den Versuch, die alten Erzählungen durch ein aktuelles moralisches Raster zu drücken. Das ging schon bei Star Trek schief. Ich tippe, wir werden viele empauerte taffe Frauen sehen, die an jeder Stelle betonen, wie empauert und wie taff sie sind. Dabei gab es in der Originalserie eine ganze Menge empauerte Frauen, die das so natürlich spielten, das man da nicht hinweisen musste: Beispielsweise General Lydia van Dycke oder natürlich auch Tamara Jagellovsk. Und als Bonus gab es schon ein Beta-Männchen unter all den Alphas: Ordonanz Spring-Brauner. 

 

Natürlich wird man auch versuchen mehr People of Color und Asiaten hereinzubringen. Das ging ja in den Sechziger Jahren nicht, man hatte einfach keine. Zumindest keine entsprechenden Schauspieler. 

 

Mal schauen ob ich recht behalte, ist ja noch einige Zeit hin. Ergötzen wir uns daher an den besten Sprüchen aus dem Original, denn diese Sprüche werden sicherlich nicht mehr kommen:

 

General Wamsler zum Raumminister: „Helga Legrelle ist seit Ewigkeiten in McLane verschossen und Tamara? Die Besatzung hat Zweifel, das sie überhaupt ein Mensch ist, eher ein appetitlich aussehender Roboter.“ - Vorgesetzte die so etwas sagen, sind heute schneller ihren Job los, als sie „Lichtspruch“ sagen können.

 

Mario De Monti zu Cliff über Tamara: „„Na ja, hübsch ist sie ja.“ 

Cliff: „Eine Kobra ist auch hübsch.“

Auch ein Spruch, der heutzutage erst Anklage wegen sexueller Beleidigung, dann fristlose Entlassung zur Folge hätte.

 

Cliff zu Tamara als er sie im Video sieht: "Hübscher Bademantel...vor allem, wenn Sie vergessen, ihn zuzumachen.“

Siehe oben…